10:49 25 Juli 2017
SNA Radio
    Flüchtlinge in Syrien

    Welche Risiken bergen Trumps syrische Sicherheitszonen für die USA?

    © AP Photo/ UNRWA, File
    Politik
    Zum Kurzlink
    51661328

    Die Pläne des neuen US-Präsidenten Donald Trump, spezielle Sicherheitszonen für Flüchtlinge in Syrien einzurichten, bergen laut „The Wall Street Journal“ große Risiken: Sie könnten zu einem verstärkten Einsatz der US-Streitkräfte sowohl in der Luft als auch am Boden führen.

    So könnten die USA gezwungen sein, ihren Lufteinsatz erheblich zu erhöhen und Bodentruppen einzusetzen, sowohl eigene als auch die ihrer Verbündeten – ein Schritt, den das Pentagon bisher immer ablehnte.

    Aus Sicht des Kapitäns der Seestreitkräfte Jeff Davis ist es absolut sicher, dass die geplanten gesicherten Zonen zum Ausbau der US-Mission in Syrien führen werden. „Vor unserer Einheit steht eine bestimmte Aufgabe – die Vernichtung des IS (Terrormiliz Islamischer Staat, auch Daesh – Anm. d. Red.) zu erreichen“, zitiert WSJ den Militär. Damit wollte Davis wohl andeuten, dass für die geplanten Sicherheitszonen ein anderer Zuständiger gefunden werden müsste.

    Über viele Jahre hinweg hatte die Türkei dem Blatt zufolge Druck auf den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama ausgeübt, um die Einrichtung von Sicherheitszonen im Norden Syriens durchzusetzen – jedoch ohne Erfolg. Das Pentagon habe die Idee immer wieder abgelehnt, mit der Begründung, sie sei zu teuer und gefährlich. So könnte die Schaffung von Sicherheitszonen nach Schätzungen der US-Behörde 30.000 Soldaten vor Ort erforderlich machen. Außerdem könnten diese Zonen aus Sicht mancher Experten von den Kämpfern genutzt werden

    Trump hatte Anfang dieser Woche in einem Interview gegenüber ABC News erläutert, wie er das Problem mit den Flüchtlingen aus Syrien lösen will. Er wolle den Flüchtlingen aus den Ländern, in denen „der Terror gedeihe“, die Einreise in die USA verbieten. Dafür aber werde er Sicherheitszonen für Zivilisten in Syrien einrichten. Auf weitere Details ging der US-Staatschef jedoch nicht ein.

    Diese Sicherheitszonen betrachtet Trump als Alternative zur Aufnahme von Flüchtlingen. Seine Administration soll bereits eine entsprechende Verordnung vorbeireitet haben.

    Als Reaktion auf Trumps Pläne rief Moskau dem Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge Washington dazu auf, alle Folgen dieses Schrittes sorgfältig abzuschätzen. Das wichtigste sei, dass damit die Lage in Syrien nicht verschlechtert werde.

     

     

    Zum Thema:

    Assad: Wie Trump Syriens und Russlands Verbündeter werden kann
    Nach Treffen mit Assad: US-Demokratin will „Regimewechsel-Krieg“ in Syrien stoppen
    Militärkooperation in Syrien: Russland handelt gemeinsam mit US-geführter Koalition
    Trump verspricht: Als Präsident stoppt er Flüchtlingszustrom in die USA aus Syrien
    Tags:
    Militäreinsatz, Gefahr, Sicherheitszonen, Donald Trump, USA, Syrien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren