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10:17 19 August 2019
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    Berliner Mauer

    Berliner Bürgermeister warnt Trump: „Mauern schaffen Unfreiheit und Leid“

    © Sputnik / Igor Zarembo
    Politik
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    Der Plan des neuen US-Präsidenten Donald Trump, eine Mauer an der US-Grenze zu Mexiko zu errichten, ist in der einst geteilten Stadt Berlin auf heftige Kritik gestoßen, berichtet die „Berliner Zeitung“.

    „Berlin, die Stadt der Teilung Europas, die Stadt der Freiheit Europas, kann nicht kommentarlos zusehen, wenn ein Land plant, eine neue Mauer zu errichten“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Freitag. „Wir Berlinerinnen und Berliner wissen am besten, wieviel Leid eine durch Stacheldraht und Mauer zementierte Teilung eines ganzen Kontinents verursacht hat.“

    Überall dort, wo heutzutage noch solche Grenzen existieren – in Korea, auf Zypern – würden sie „Unfreiheit und Leid“ schaffen, so Müller weiter. „Ich rufe dem amerikanischen Präsidenten zu: Denken Sie an Ihren Vorgänger Ronald Reagan. Erinnern Sie sich an seine Worte: „Tear down this wall.““ Die von der DDR errichtete Berliner Mauer teilte von 1961 bis 1989 den Osten und Westen der Stadt, erinnert das Blatt.

    Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer, wäre nach eigenen Worten gerne bereit, dem US-Präsidenten die Berliner Mauer zu zeigen und ihm die Geschichte der Stadt zu erklären. Die Stiftung habe letzten Endes einen Auftrag für politische Bildung.

    Trump hatte am Mittwoch einen Erlass zum Beginn der Errichtung einer Grenzmauer unterzeichnet. Den Zeitpunkt sehen viele Mexikaner als Affront: Trump signierte das Dokument genau an dem Tag, an dem eine hochrangige mexikanische Delegation in die US-Hauptstadt kam, um den Besuch ihres Präsidenten Enrique Peña Nieto vorzubereiten.

    „Ich dachte ehrlich gesagt, wir wären schon mal weiter gewesen in der Entwicklung“, sagte Klausmeier mit Blick auf Trumps Plan. Das eigentliche Problem der illegalen Einwanderung könne mit der Mauer nicht behoben werden, betonte der Historiker.

    Jede Mauer in der Geschichte habe irgendwann ihre Funktion eingebüßt, so Klausmeier weiter. In Deutschland sei glücklicherweise das Ende friedlich und ohne einen Schuss gekommen. Mit Blick auf Trumps „America first“-Kurs hat Klausmeier ein weiteres historisches Beispiel: Die Abschottungspolitik von Ronald Reagan in den 80er Jahren habe in eine starke Rezession geführt.

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    Tags:
    Grenze, Mauerbau, Kritik, Warnung, Donald Trump, Michael Müller, Mexiko, Berlin, USA