Widgets Magazine
15:16 12 November 2019
SNA Radio
    Chinesisches Neujahrsfest

    HRI: Starkes Anheben der US-Zollgebühren beschert China hohe Exportverluste

    © REUTERS / Hong Kong Tourism Board
    Politik
    Zum Kurzlink
    6287
    Abonnieren

    Sollte Donald Trump wie versprochen Waren aus China mit einer 45-prozentigen Zollgebühr belegen, wird Chinas Export in die USA um 39,1 Prozent abnehmen. Dies meldet die Agentur Yonhap News unter Verweis auf einen veröffentlichten Bericht des Hyundai Researche Institute (HRI) zum Thema „Die Trumponomic und ihr Einfluss auf Chinas Wirtschaft“.

    Wie die Ökonomen des südkoreanischen HRI laut der Agentur errechnet haben, würde das chinesische Exportvolumen bei nur um ein Prozent höheren Kosten um 0,93 Prozent abnehmen. Sollten die amerikanischen Zollgebühren für chinesische Waren auf 15 Prozent festgelegt werden, würde sich Chinas Export in die Vereinigten Staaten im Vergleich zum Zeitraum 2012-2015 um 11,2 Prozent oder 42,7 Milliarden US-Dollar verringern. Sollten die Zolltarife aber bis auf 30 Prozent ansteigen, so würde der Export um 25,1 Prozent (96,6 Milliarden Dollar) abnehmen. Im Fall eines 45-prozentigen amerikanischen Einfuhrzolls würde die chinesische Wirtschaft gar Verluste in Höhe von 149 Milliarden Dollar zu verbuchen haben.

    Der Wunsch der USA, die Zollgebühren für China zu erhöhen, ist mit der bislang existierenden Disproportion in der bilateralen Handelsbilanz verbunden. China ist seit 2007 der größte Exporteur in die USA. Im Jahr 2015 betrug der chinesische Anteil am Import der Vereinigten Staaten 21,5 Prozent. Dabei ist Chinas Profizit von 29,8 Milliarden Dollar auf 266 Milliarden Dollar im Jahr 2015 gestiegen, und in der Exportstruktur hat der Anteil der Halbfabrikate deutlich zugenommen: 2005 waren es 24,6 Prozent und 2015 bereits 28 Prozent. Der Mehrwert, den China dank der Befriedigung der Nachfrage in den USA schaffen konnte, sei indes von 17,8 Milliarden Dollar im Jahr 2000 bis auf 97,9 Milliarden Dollar im Jahr 2011 gestiegen.

    Umleitung der Weltwirtschaft: Droht dem Petrodollar ein Ende als führender Währung?

    Als Reaktion darauf seien in den letzten Jahren aber auch die Abschottungsmaßnahmen der USA stärker geworden. Habe man dort im Zeitraum 2012-2014 durchschnittlich etwa fünf Mal pro Jahr Antidumpingmaßnahmen gegen China getroffen, so sei dies in den Jahren 2015 und 2016 jeweils zwölf bzw. acht Mal geschehen. Und sollten die USA unter diesen Bedingungen auch noch die Zollgebühren erhöhen, könne dies zu einer weiteren Verringerung des chinesischen Exports und dadurch zu einem langsameren Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts führen, was sich auch auf Südkoreas Wirtschaft negativ auswirken könnte.

    Laut einem wissenschaftlichen Mitarbeiter des HRI würden die in China tätigen südkoreanischen Unternehmen ihre Exportströme nach Südostasien, Südamerika und in andere Regionen diversifizieren müssen. Für wen es schwierig sein würde, seine Produktion in ein anderes Land zu verlegen, der müsste neue Möglichkeiten bei der Umsetzung der von der chinesischen Führung geförderten mittel- und langfristigen Entwicklungspläne suchen, heißt es in einem Artikel der südkoreanischen Agentur Yonhap News.

    In Handelspartnern wie China sehe der neue US-Präsidenten Feinde: „Sie wollen unsere Waren produzieren, unsere Firmen stehlen und unsere Jobs vernichten“, sagte er während seines Wahlkampfes. Deshalb wolle Trump die US-Wirtschaft abschotten und sie mit Zöllen schützen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Financial Times: Trump könnte Russland zu Abkehr von China bewegen
    „Schritt zurück“: McCain kritisiert Trumps TPP-Absage
    „Billionen Dollar für Krieg verschwendet“: Alibaba-Gründer über US-Wirtschaftspolitik
    Spaniens Wirtschaftsminister: Trumps Politik eröffnet Europa neue Chancen
    Tags:
    Donald Trump, USA, China