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    US-Präsident Donald Trump (2017) (279)
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    Im Kampf gegen den „Washingtoner Sumpf“ hat Donald Trump noch eine Herkulesarbeit zu leisten, wie der Präsident der American University in Moskau, Eduard Losanski, feststellt. Welche Rolle spielt dabei der „russische Faktor“?

    In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ schreibt Losanski, der Feldzug gegen Trump in Amerika höre nicht auf – das Establishment werde jeden Anlass nutzen, um die Reformen des neuen Präsidenten zu vereiteln oder sogar dessen Amtsenthebung zu erzielen.

    „Das Establishment betrachtet Trump als Außenseiter, der in die Machtetage mit einer Agenda eingedrungen ist, die alle Privilegien der Eliten sowie deren Weltanschauung gefährdet“, so Losanski.

    Er erläutert: „Sie halten sich selbst für exklusiv und unentbehrlich. Bei ihren Ideen handelt es sich um einen liberalen Globalismus mit freiem Handel und mit praktisch offenen Grenzen. Trump kümmert sich dagegen mehr um Amerikas Interessen. Er will die Grenzen sichern und die US-Industrie aus ihrer notgedrungenen Emigration zurückzugringen.“

    „Die Ideologen der Globalisierung wollten das amerikanische Modell der Demokratie aggressiv im Ausland durchsetzen – ohne historische, kulturelle, religiöse und weitere Besonderheiten jener Länder zu berücksichtigen, denen dieses Modell aufgezwungen wurde. Trump verzichtet auf dieses aufwendige Experiment und will vor allem das Leben der US-Bürger verbessern“, so der Kommentar.

    „Russland, das die ständigen Belehrungen aus Washington abgelehnt hatte, landete aus Sicht der Globalisten im feindlichen Lager. Nach Auffassung von Trump wäre Russland dagegen ein logischer Verbündeter – vor allem im Kampf gegen den Terrorismus, aber auch womöglich bei der Lösung zahlreicher gemeinsamer Probleme auf einer gegenseitig nutzbringenden Basis“, so Losanski weiter. 

    Dabei habe Trump noch eine Herkulesarbeit zu leisten: „Es steht ihm bevor, nicht nur seine Ideen umzusetzen, die als revolutionär bezeichnet werden dürfen, sondern auch sich jenem ‚Washingtoner Sumpf‘ entgegenzusetzen, den er ‚trockenlegen‘ will. Das wird offensichtlich eine äußerst komplizierte Phase sein – mit Kollisionen, Krisen, aber auch hoffentlich mit Erfolgen.“

    Trump genieße Vertrauen von einigen Dutzend Millionen Amerikanern: „Auch in Europa hat er viele Anhänger – trotz des unverhohlenen Hasses der dortigen Eliten. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass manche dieser Anhänger in einigen europäischen Ländern an die Macht kommen werden.“

    „Der russische Faktor, den Trumps Gegner gegen ihn instrumentalisieren wollen, könnte nun eine positive Rolle spielen, falls sich Trumps zentrale Idee als erfolgreich erweist, bei der es um gemeinsame Bemühungen geht, die Hauptkräfte der Terror-Internationale völlig zu zerschlagen“, schreibt Losanski.

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