01:56 12 Dezember 2019
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    Der iranische Präsident Hassan Rouhani nach seiner Rede vor der UN-Vollversammlung

    Irans Präsident: Trump ist Neuling in der Politik

    © REUTERS / Carlo Allegri
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    Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat seinen US-Amtskollegen Donald Trump als Neueinsteiger in der Politik ohne Kenntnis der Vorgänge in der Welt bezeichnet, meldet Reuters.

    Damit bekräftigte Rouhani seine Kritik an dem von Trump jüngst beschlossenen Terrorschutz-Dekret, das Menschen aus sieben vorwiegend muslimischen Ländern zeitweilig die Einreise in die USA verwehrt.

    „Er (Trump – Anm. d. Red.) ist ein Neuling in der Politik“, zitiert Reuters Rouhani. „Er hat in einer anderen Welt gelebt. Das ist eine komplett neue Umgebung für ihn.“

    „Es wird für ihn lange dauern und wird die USA viel kosten, bis er begreift, was in der Welt vor sich geht“, fügte der iranische Staatschef hinzu.

    Teheran hat bereits politische Gegenmaßnahmen wegen Trumps Einreisebeschränkungen angekündigt. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte zuvor erklärt, der Iran werde als Antwort die Visa-Vergabe an US-Bürger einstellen. Außerdem soll Teheran bald eine Sonderkommission einberufen, um weitere Schritte gegen Washingtons neue Migrationspolitik zu erarbeiten.

    Rouhani sprach zudem Trumps geplanten Mauerbau an der Grenze zu Mexiko an: Heute sei nicht der beste Zeitpunkt dafür, um Menschen mit Mauern zu trennen, betonte der Politiker.

    Trump hat mehrmals zu verstehen gegeben, dass er gegenüber dem Iran eine härtere Position einnehmen will. So hatte er während seines Wahlkampfes das Atomabkommen mit Teheran, das im Juli 2015 getroffen wurde, als einen der schlimmsten Deals bezeichnet, der je ausgehandelt worden sei. „Wenn ich Präsident werde, werde ich mit dem Iran neu verhandeln“, hatte Trump versprochen.

    Am 28. Januar hatte Trump sein Terrorschutz-Dekret unterzeichnet. Das Dokument verbietet die Einreise von Bürgern aus besonders gefährdeten Ländern in die USA für 90 Tage. Medien zufolge betrifft das insbesondere Bürger aus Syrien, Iran und Irak, Libyen, Somalia, Sudan und Jemen. Zudem stoppt es die Aufnahme von Flüchtlingen für 120 Tage und sieht einen unbefristeten Einreisestopp speziell für Geflüchtete aus Syrien vor.

     

     

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    Tags:
    Einreisestopp, Dekret, Terrorschutzgesetz, Kritik, Hassan Rouhani, Donald Trump, USA, Iran