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    Damit bis 2060 die Bevölkerungszahl in Deutschland stabil bleibt, muss die Geburtenrate steigen. Oder: Die Bundesregierung hält dafür auch eine Zuwanderung von 300.000 Menschen jährlich für möglich, wie deutsche Medien am Donnerstag schreiben.

    Die Bundesregierung hält eine dauerhafte Zuwanderung von 300.000 Menschen jährlich nach Deutschland für möglich. Das geht nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ aus der neuen demografiepolitischen Bilanz hervor, die das Kabinett an diesem Mittwoch beschließen wolle.

    Dem Bericht zufolge sieht die Bundesregierung angesichts der stärkeren Migration und der gestiegenen Geburtenrate gute Chancen, die Bevölkerungszahl im Land bis ins Jahr 2060 stabil zu halten. 

    Anders als in früher angestellten Prognosen geht die Bundesregierung dem Bericht zufolge nun nicht mehr von einem Sinken der Bevölkerungszahl von derzeit 82 auf 73 oder gar 67 Millionen aus. Unter den veränderten Bedingungen könne „die Einwohnerzahl in Deutschland bis 2060 ungefähr auf dem heutigen Stand stabil bleiben“, lautet die neue Voraussage.

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    © Foto : Departement für nationale Politik und interregionale Beziehungen der Stadt Moskau
    Zu einer ernüchternden Bilanz kommt die Regierung allerdings bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. „Nach den vorliegenden Erfahrungen wird dies nicht einfach sein und länger dauern als zunächst vielfach erhofft“, heißt es dem Bericht zufolge. Die Erfolge würden „erst mittel- bis langfristig sichtbar“.

    Jüngst hatte das Statistische Bundesamt eine Rekordzahl bei der Bevölkerungszahl vermeldet. Wegen der Zuwanderung leben in Deutschland so viele Menschen wie noch nie seit der Wiedervereinigung, schreibt die „Welt“. Die Einwohnerzahl kletterte Ende 2016 auf rund 82,8 Millionen, wie das Statistische Bundesamt Ende Januar in einer ersten Schätzung mitteilte. Vor Jahresfrist waren es noch 82,2 Millionen, also 600.000 Menschen weniger.

    Allein im Jahr 2015 sind nach Berechnungen der Regierung 1,139 Millionen Personen zugewandert. Diese Zahl setzt sich aus 2,137 Millionen Zuwanderungen und 998.000 Abwanderungen zusammen. Für das vergangene Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Wanderungsüberschuss, der über dem Wert von 2014 mit 550.000 Personen liegt. Und dann kommt die Neuerung. 

    Bislang rechneten die Experten Modelle mit einem langfristigen Wanderungssaldo mit 100.000 und 200.000 Menschen pro Jahr. Diese Annahmen seien allerdings "vor der starken Veränderung des Migrationsgeschehens getroffen" worden, hieß es.

    Vor dem Hintergrund zunehmender Unzufriedenheit der deutschen Bevölkerung mit der Migrationspolitik von Kanzlerin Angela Merkel steigt auch die Zahl der Anhänger der  „Alternative für Deutschland“ – bislang von rund 10.500 Mitgliedern im Jahr 2013 auf knapp 21.000 im April 2016.

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    Tags:
    Bevölkerungszahl, Demografie, Rettung, Geburtenrate, Migranten, Deutschland