04:59 25 November 2017
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    Kampfjets der türkischen Luftwaffe (Symbolbild)

    24-Stunden-Bilanz: Athen meldet 138 Luftraumverletzungen durch Ankara

    © AP Photo/ Selcan Hacaoglu
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    Sechs türkische Kampfflugzeuge haben laut dem griechischen Generalstab am Mittwoch 138 Mal den Luftraum Griechenlands verletzt.

    Demnach sollen unter den türkischen Jets ein Paar und vier einzelne Maschinen gewesen sein. Das Paar alleine habe am Mittwochmorgen zwischen 07:43 und 08:41 Uhr (Ortszeit) ganze 126 Mal den Luftraum Griechenlands verletzt – darunter seien acht Flüge über den Imia-Inseln und Kalymnos registriert worden.

    „Alle türkischen Flugzeuge waren bewaffnet. Sie wurden in allen Fällen erkannt und von griechischen Kampfjets abgefangen“, so der Generalstab. Die Türkei verletze des Öfteren den Luftraum Griechenlands, aber nicht in solchem Ausmaß, hieß es.

    Am selben Tag zuvor hatte der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos von einem Hubschrauber aus einen Kranz in der Nähe der Imia-Inseln abgeworfen, wo während des griechisch-türkischen Konflikts vor 21 Jahren drei griechische Piloten ums Leben gekommen waren.

    „Griechenland will Ruhe und Frieden zwischen den Ländern der Region. Wir suchen weder Probleme noch Skandale. Aber sie müssen verstehen, dass dieses Cowboy-Verhalten des östlichen Typs mit Griechenland nicht funktioniert“, sagte Kammenos gegenüber dem griechischen TV-Sender ANT1.

    Athen sei bereit, auf jegliche Herausforderungen zu reagieren. Dabei räumte er ein, dass man sich „aufgrund der Situation in der türkischen Armee nach dem gescheiterten Putschversuch Sorgen machen“ müsse.

    Hinsichtlich seines Besuchs auf Imia sagte der Minister, dass solche Veranstaltungen zum Jahrestag des Todes der drei Soldaten weiterhin stattfinden würden und dies völlig normal sei. „Es ist die Pflicht eines jeden Ministers der Nationalen Verteidigung dort zu sein“, betonte der Politiker.

    Was die Erklärung eines türkischen Abgeordneten über eine angeblich drohende Kriegsgefahr angeht, so hat Kammenos eigenen Angaben nach bereits „unglaubliche Dinge“ gehört, aber er wolle „die Stimme eines einzelnen türkischen Abgeordneten im türkischen Parlament“ nicht kommentieren. Der Minister forderte hingegen erneut von der Türkei, die Normen des internationalen Rechts und die internationalen Verträge einzuhalten.

    Am Sonntag hatte der Generalstab mitgeteilt, dass ein Raketenkreuzer der türkischen Marine die griechischen Hoheitsgewässer nahe den Imia-Inseln verletzt habe. In Griechenland hielt man Ankaras Vorgehen für eine Provokation wegen des Beschluss des Obersten Gerichts in Athen, acht nach dem Putschversuch in der Türkei dorthin geflüchteten türkischen Soldaten nicht an ihr Heimatland auszuliefern.

    Kurz vor Konfliktende, am 31. Januar 1996, war ein Hubschrauber der griechischen Luftwaffe in der Region abgestürzt. Drei Offiziere kamen dabei ums Leben. Als Absturzursache nannte man technische Probleme.

    1996 hatte ein Streit über die territoriale Zugehörigkeit der zwei unbewohnten Imia-Inseln der Dodekanes-Inselgruppe in der Ägäis zu einer Krise in den griechisch-türkischen Beziehungen geführt. Der Konflikt wurde nach der Einmischung internationaler Gemeinschaften, der Nato und der USA eingestellt.

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    Tags:
    Putschversuch, Inselstreit, Konflikt, Abfangen, Luftraumverletzung, Luftraum, Generalstab, Panos Kammenos, Türkei, Griechenland