13:31 25 Oktober 2020
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    Die Niederlande haben beschlossen, bei den kommenden Parlamentswahlen im März die Stimmen nicht mehr mechanisch, sondern nur noch manuell auszuzählen, wie die britische Zeitung The Guardian unter Berufung auf Innenminister Ronald Plasterk berichtet. Dies sei vor allem mit der Angst vor Hacker-Angriffen verbunden.

    „Ich kann nicht ausschließen, dass staatliche Akteure davon zu profitieren versuchen, indem sie politische Entscheidungen und die öffentliche Meinung in den Niederlanden beeinflussen“, schrieb Plasterk am Mittwoch in einem Brief an das Parlament.

    Mit dieser Maßnahme wollen die niederländischen Behörden dem Blatt zufolge mögliche Cyberattacken und damit auch einen möglichen Einfluss auf den Wahlausgang verhindern. Die bei solchen Stimmenauszählungen verwendete Software sei sehr manipulationsanfällig, betonte der Innenminister.

    Nach der manuellen Auszählung sollen die Wahlzettel aus jedem Wahllokal in die regionale Wahlkommission gebracht werden. Computer sollen nur auf höherer Ebene der Datenanalyse zum Einsatz kommen.

    Plasterk betonte weiter, nach den US-Wahlen könnten andere Länder auch die niederländischen Parlamentswahlen beeinflussen.

    Nach den Vorwürfen Washingtons, russische Hacker hätten den US-Wahlausgang maßgeblich beeinflusst, wächst in mehreren europäische Länder im Hinblick auf die kommenden Wahlen die Unruhe vor einer möglichen „russischen Einmischung“. Die Administration des Ex-US-Präsidenten Barack Obama hatte mehrmals betont, Russland habe den Republikaner Donald Trump zum Sieg verholfen. Moskau hatte die Anschuldigungen stets von sich gewiesen und betont, die US-Demokraten suchten nach Verantwortlichen für eigene Wahlniederlage.

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    Tags:
    Einmischung, Stimmen, Hacker, Parlamentswahl, Niederlande