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    Nato betreibt EU-Einschüchterung statt Anti-Terror-Kampf – Militärexperte

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    Politik
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    Die Ergebnisse einer Umfrage der Nachrichtenagentur Sputnik, wonach der militärische Beistand der USA und der Nato für 63 Prozent der befragten Deutschen unverzichtbar ist, deutet der russische Militärexperte Viktor Litowkin als einen Erfolg der antirussischen Informations- und Propagandapolitik westlicher Medien.

    Russland wolle niemanden überfallen, sagte Litowkin im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Europa ist in diesem Sinne sicher. Aber die Interessen des amerikanischen Kapitals und der amerikanischen Militärclique verlangen, dass die USA Europa fest im Griff haben. Darum wird über die europäischen Medien alles getan, Europa mit einer virtuellen russischen Gefahr einzuschüchtern.“

    Die USA zwängen Europa zur Anschaffung neuer Rüstungstechnik, zur Präsenz ihrer Truppen in Europa, zur Einrichtung von militärischen Nato-Führungsstellen, zur Stationierung eines Raketenabwehrsystems und der Panzerbataillone an der russischen Grenze, fährt Litowkin fort. „Dadurch verliert Europa seine Selbständigkeit und Souveränität, den politischen und ökonomischen Spielraum und wird zum Vasallen der USA degradiert. Komisch, dass Europa das nicht begreift oder so tut, als ob es dies nicht begreifen würde.“

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    Bei der Nato handle es sich um eine große bürokratische Einrichtung, so der Experte, die keine einzige Aufgabe außer der „Verblödung der Bevölkerung Europas“ lösen könne. „In Europa haben Terroranschläge stattgefunden: in Spanien, Großbritannien, Frankreich und anderen Ländern, sogar einen Katzensprung vom Brüsseler Nato-Hauptquartier entfernt. Hat die Nato etwa vom fünften Punkt des Vertrags von Washington Gebrauch gemacht, um diesen Ländern Hilfe zu leisten? Nein, sie drückte nur den Familien der Opfer ihr Beileid aus, traf aber keinerlei Maßnahmen.“

    Die Nato ist unfähig, etwas in dieser Hinsicht zu tun, ist sich Litowkin sicher. „Ein einziges Mal hat die Nato gegen Terrorismus gekämpft, nämlich in Afghanistan nach dem Angriff zweier Boeings auf die Wolkenkratzer in New York. Und auch das nur unter Druck der USA. Was hat es genutzt? Die Nato ist seit 15 Jahren in Afghanistan präsent, aber weder die Gefahr des Terrorismus noch die des Rauschgifthandels hat sich gemindert.“

    Man könne heute kaum sagen, die Nato wäre in der Lage, Europa vor etwas zu schützen, so Litowkin, „da die Nato keine einzige von den Aufgaben löst, die ihr auferlegt wurden, außer dass sie der Bevölkerung Angst macht und die Länder Europas zwingt, zwei Prozent ihres BIP zum Nato-Haushalt beizutragen.“

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    Theoretisch müsse sich etwas ändern, meint Litowkin. „Die Hauptsache aber ist, dass die Nato von der Einschüchterung mit der angeblichen Gefahr einer russischen Invasion zur wirklichen Bekämpfung des Terrorismus wechseln muss, sowohl innerhalb der europäischen Staaten als auch in Nahost und Nordafrika.“ Dass das tatsächlich umgesetzt würde, sei allerdings zweifelhaft, meint Litowkin.

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    Tags:
    Gefahr, NATO, Russland, Europäische Union