08:35 09 Dezember 2019
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    Eisschmelze befreit bald geheime US-Militärabfälle in Grönland

    © NASA . GSFC/Michael Studinger
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    Eine rapidere als zuvor erwartet Eischmelze in Grönland könnte einen geheimen US-Atomstützpunkt aus Zeiten des Kalten Krieges freilegen – samt jeder Menge Giftstoffe, wie die Wissenschaftszeitschrift „Popmech“ schreibt. Wirklich verantwortlich dafür fühlt sich jedoch keiner.

    Die USA wollten im Rahmen des Projekts „Iceworm“ in einer Tiefe von 65 Metern im Grönlandeis 600 Atomraketen stationieren. Dazu sollte ein unterirdisches Tunnelnetz mit einer Gesamtlänge von etwa 4.000 Kilometern gebaut werden. 

    Seit 1958 arbeiteten rund 200 Menschen an dem strikt geheimen Projekt. Sie gruben bereits 3.000 Kilometer Tunnel, als sich herausstellte, dass das Eis zu sehr in Bewegung war und alle Militäranlagen unumgänglich zerstört würden. 1966 wurde die Basis stillgelegt. Die ganze Infrastruktur blieb jedoch in der Eisschicht konserviert.  

    Laut vom Pentagon veröffentlichten Papieren liegen in Camp Century nicht weniger als 200 Tonnen Dieselkraftstoff sowie 240 Tonnen Abwasser, darunter auch leicht radioaktives Kühlwasser aus dem Kernreaktor und krebsverursachende organische Chlorverbindungen. 

    Nach Einschätzung kanadischer Wissenschaftler schmilzt der Gletscher von Grönland mit einer Geschwindigkeit von drei Metern pro Jahr. Demnach können alle Giftstoffe schon bis zum Jahr 2090 an die Oberfläche geraten und sich ins Meerwasser mischen. 

    Umweltschützer schlagen nun vor, alle Abfälle aus dem Camp Century abzutransportieren. Doch weder die USA noch Dänemark, welches den Amerikanern die Bauarbeiten erlaubt hatte, fühlen sich dafür verantwortlich. 

     

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    Tags:
    Eisschmelze, Gletscher, Abfälle, Giftstoffe, US-Militärstützpunkt Camp Century, Project Iceworm, USA, Dänemark, Grönland