12:31 21 November 2019
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    Britische Armee kann Land im Angriffsfall nicht schützen – „The Sunday Times“

    © Foto : UK Ministry of Defence / Thomas McDonald
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    Großbritanniens Verteidigungsbehörde hat bei der Entwicklung der Lenkwaffenzerstörer der Daring-Klasse (Projekt 45) ernsthafte Fehlkalkulationen zugelassen, was sie für russische U-Boote verwundbar gemacht hat, wie am Sonntag die Zeitung „The Sunday Times“ schreibt.

    „Die von der ‚Sunday Times‘ vorgenommene Untersuchung hat Mängel an der gelieferten Technik festgestellt und ebenso erfolgslose Einkaufsgeschäfte zu einer Zeit entdeckt, in der die Befürchtungen wachsen, dass die Streitkräfte im Falle eines ernsthaften Angriffs Großbritannien nicht verteidigen können“, heißt es in dem Artikel.

    U-Boote könnten demnach die neuen Zerstörer bereits aus einer Entfernung von 100 Seemeilen (etwas mehr als 185 Kilometer) entdecken. Die Schiffe würden unter Wasser einen solchen Lärm machen, als handele es sich um „Kisten mit Schraubenschlüsseln“, zitiert die Zeitung den britischen Konteradmiral Chris Parry.

    Ihm zufolge hat die Verteidigungsbehörde zwar Geld in die Entwicklung von Flieger- und Raketenabwehrsystemen für diese Schiffe investiert, sich aber nicht um den Schutz vor U-Booten gekümmert. Und das, wo Russland U-Boote besitze, die von westlichen Experten wegen ihrer lautlosen Fahrt „Schwarzes Loch“ getauft worden seien (gemeint ist das Projekt 636 „Warschawjanka“ – Anm. d. Red.).

    Laut der „The Sunday Times“ soll ein jeder Zerstörer des Projekts 45 (Type 45) die britische Staatskasse um eine Milliarde Pfund Sterling erleichtert haben.
    Früheren Meldungen ist zu entnehmen, dass diese Schiffe mit stetigen Störungen zu kämpfen hätten. Es sei ihre Modernisierung geplant, wobei eines ihrer Antriebsaggregate ausgetauscht werden solle, wofür laut der Zeitung riesige Löcher in die Bordwand geschnitten werden müssten.

    Die Zeitung verweist zudem auf die Tatsache, dass die britischen Streitkräfte auch mit den neuen Ajax-Panzern Probleme hätten. Sie seien zu groß, um unzerlegt in Militärfrachtmaschinen des Typs A499m transportiert zu werden. Diese für 3,5 Milliarden Pfund Sterling eingekauften Panzer seien für ein schnelles Eindringen in das Territorium eines Gegners bestimmt. Werden sie per Flugzeug transportiert, so bedürfe es jedoch zusätzlich eines Kranes.

    Auch die noch vor zwölf Jahren in Auftrag gegebenen 54 Aufklärungsdrohnen „Watchkeeper“, die die britischen Steuerzahler 1,2 Milliarden Pfund Sterling gekostet hätten, könnten derzeit wegen technischer Mängel nicht voll genutzt werden, merkt die Zeitung an.
    Lenkwaffenzerstörer werden für die britische Marine seit 2003 gebaut. Gegenwärtig sind sechs solche Schiffe im Dienst, das letzte darunter  — seit 2013.

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    Tags:
    Modernisierung, Großbritannien