Widgets Magazine
05:12 20 Juli 2019
SNA Radio
    Donezk nach dem Beschuss durch die Regierungsarmee

    Kiew erwägt neues Regelungs-Format für Ukraine-Krise

    © Sputnik / Irina Geraschtschenko
    Politik
    Zum Kurzlink
    Kein Frieden im Donbass (2017) (212)
    107169

    Kiews Vertreter in der Minsker Kontaktgruppe Jewgenij Martschuk hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „LIGABusinessInform“ die Suche nach einem neuen Format zur Regelung des Konflikts in der Ostukraine im Falle der verschärften Lage im Donbass nicht ausgeschlossen.

    „Es ist schwierig, ein anderes Format zu suchen", sagte Martschuk, der in der Untergruppe  für Sicherheit tätig ist. Trotzdem sei es bei einer „katastrophalen Entwicklung" im Donbass nicht auszuschließen.

    Ein Verzicht auf die Minsker Abkommen werde ernsthafte Folgen nach sich ziehen, so Martschuk: „Das wird bedeuten, dass alle Vereinbarungen dieses Formats nicht mehr bestehen und dass eine Unmenge an superschweren Waffen an die 426 Kilometer lange Frontlinie zurückkehrt und das Hinterland bis in die Tiefe von wenigstens 100 Kilometer beschießt", äußerte er.

    Sollte auf Minsk-2 verzichtet werden, dann würde im Donbass die Lebensversorgungsinfrastruktur ruiniert, der Geiselaustausch gestoppt und alle Durchlassposten geschlossen werden. Außerdem  würden  andere schwere Folgen zutage treten.

    Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow gesagt, Russland wolle keinesfalls die Minsker  Vereinbarungen zur Regelung der Krise in der Ostukraine revidieren.

    Ende Januar waren die Kämpfe in der Ostukraine wieder aufgeflammt. Es soll Dutzende Tote gegeben haben. Beide Seiten — die Regierungsarmee und die Volksmilizen — werfen sich gegenseitig vor, im Raum Awdejewka eine Offensive versucht zu haben. Diese Ortschaft mit rund 30.000 Einwohnern liegt knapp 20 Kilometer nördlich von Donezk und wird von der Regierungsarmee kontrolliert.

    Die OSZE-Beobachtungsmission in der Ukraine stellte eine schwierige Lage auch in der Stadt Jassinowataja in der Nähe von Donezk fest, die von der Volkswehr kontrolliert wird. Die selbsterklärte Republik Donezk gab bekannt, sie wurde erstmals seit knapp zwei Jahren von Mehrfachraketenwerfern „Grad" und „Uragan" beschossen.

    Wie es am Mittwoch aus dem Verteidigungsministerium der Ukraine hieß, sind „unsere Männer zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach Möglichkeit Meter für Meter, Schritt für Schritt heldenhaft vorangekommen". Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bezeichnete diese Erklärung als eine Bestätigung für die Angriffshandlungen der ukrainischen Streitkräfte, was eine Verletzung der Minsker Abkommen sei.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Kein Frieden im Donbass (2017) (212)

    Zum Thema:

    Schweigen über Donbass: Antirussische Ukraine nur noch Ballast für multipolare Welt
    Donbass: Tote und Verletzte durch ukrainischen Raketenwerfer-Beschuss
    OSZE meldet doch ukrainische Panzer in Donbass-Wohnviertel
    Verteidigung des Donbass: Spanier protestieren gegen Kiew
    4.000 Geschosse: OSZE meldet Verstöße gegen Waffenruhe im Donbass
    Tags:
    Minsker Abkommen, OSZE, Jewgeni Martschuk, Donezk, Donbass, Ukraine