12:17 23 Juni 2018
SNA Radio
    Kunaschir (Kurilen-Inseln)

    Japan: Rat für gemeinsame Tätigkeit mit Russland auf Kurilen-Inseln gegründet

    © Sputnik / Ekaterina Chesnokova
    Politik
    Zum Kurzlink
    3282

    In Japan ist der zwischenbehördliche Rat für die gemeinsame Wirtschaftstätigkeit mit Russland auf den Südkurilen-Inseln gebildet worden. Seine erste Sitzung findet am Dienstagabend statt, teilte der japanische Außenminister Fumio Kishida laut der Agentur Kyodo mit.

    „Die Regierung wird mit vereinten Anstrengungen an der Erzielung schneller und konkreter Ergebnisse arbeiten“, erklärte er.

    Laut der Agentur Kyodo will der Außenminister selbst den „Rat für gemeinsame Wirtschaftstätigkeit“ leiten. Ihm soll zudem Japans Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Sekō, angehören, der für die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland zuständig ist. Beteiligt sind außerdem Vertreter der Ministerien für Finanzen, Gesundheitswesen, Arbeit und Wohlstand, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei. Sie sollen die Möglichkeiten für die Entwicklung der Kooperation mit Russland in solchen Bereichen wie Fischfang, Gewinnung von Meeresprodukten und Tourismus erörtern.

    Laut der Agentur Kyodo erklärte Japans Premierminister Shinzo Abe am Dienstag auf dem in Tokio alljährlich am 7. Februar stattfindendem Meeting für den Rückerhalt der nördlichen Territorien (so nennt man in Japan die Südkurilen-Inseln – Anm. d. Red.), die Regierung beginne damit, Bedingungen zur Realisierung einer gemeinsamen Wirtschaftstätigkeit auf den Südkurilen zu schaffen.

    „Um das Problem (des Friedensvertrages – Anm. d. Red.) zu regeln, das seit 70 Jahren nicht vorankommt, darf man nicht immer eine Geisel historischer Umstände sein. Wir müssen die künftige Gestalt der vier nördlichen Inseln schaffen und eine Übergangsidee ausarbeiten, die es uns erlaubt, einen Weg zur Lösung des Problems zu finden“, sagte Abe.

    Ferner betonte er, dass er mit Russlands Präsident Wladimir Putin „vereinbart hat, auf der Grundlage einer neuen Herangehensweise Verhandlungen im Rahmen eines ‚speziellen Systems‘ zur Verwirklichung von gemeinsamer Tätigkeit auf den vier Inseln aufzunehmen“.

    „Ich bin überzeugt, dass dies ein großer Schritt auf dem Weg zum Abschluss eines Friedensvertrages sein wird. Um schnellstmöglich zu konkretisieren, was für ein System dies sein wird, beginnt unsere Regierung die Erörterung der Komponenten (des ‚speziellen Systems‘)“, so der japanische Premier.

    Die prinzipielle Vereinbarung, Verhandlungen über eine gemeinsame Wirtschaftstätigkeit auf den Südkurilen-Inseln aufzunehmen, war beim Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Japans Premier in der Präfektur Yamaguti und in Tokio im Dezember 2016 getroffen worden.

    Japan beansprucht die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Chabomai und beruft sich dabei auf das bilaterale Traktat über Handel und Grenzen vom 7. Februar 1855. Die Rückgabe der Inseln stellte Tokio als Bedingung für den Abschluss eines Friedensvertrages mit Russland, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht unterzeichnet werden konnte. Moskau verweist darauf, dass die Südkurilen nach dem Zweiten Weltkrieg der Sowjetunion überlassen wurden, so dass sich Russlands Souveränität in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht über sie erstreckt.

    Zum Thema:

    Kurilen: Soll Japan auf Rückgabe aller Inseln bestehen? – Umfrage
    Wie sich Japans Verteidigungschefin die russischen Raketen auf den Kurilen erklärt
    Russlands Raketen auf Kurilen – In Japan folgt auf Bedauern Protest
    Stationierung von Überschall-Raketen auf Kurilen erfolgte planmäßig –Außenministerium
    Tags:
    Shinzo Abe, Kurilen, Russland, Japan
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren