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20:56 17 Oktober 2019
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    „Keine Fakten, keine Dokumente, keine Argumente“: Experte Rahr zu Geheimdienstbericht

    © Flickr/ Martin Kenny
    Politik
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    Nach einer ein Jahr andauernden Untersuchung haben die deutschen Geheimdienste keine Beweise für eine angebliche Desinformations-Kampagne seitens Russland gegen die Bundesregierung finden können. Der namhafte Politologe und Russland-Experte Alexander Rahr nimmt in einem Interview mit Sputnik dazu Stellung.

    „Es gibt absolut keine Fakten, keine Dokumente, keine Argumente, die belegen würden oder zeigen könnten, dass die russische Seite oder die russischen staatlichen Stellen organisiert eine Destabilisierungskampagne oder Desinformation betreiben“, betont Rahr.

    Die Medien hätten, so der Politologe weiter, mögliche Cyber-Angriffe durch Russland auf die Bundesregierung, das deutsche Establishment und sogar auf die Kanzlerin breit beschrieben, „ohne allerdings Fakten zu bringen“, und somit „gewisse Ängste in der Bevölkerung geschürt“.

    „Die Tatsache, dass die Geheimdienste offensichtlich nur wieder auf Vermutungen gestoßen sind und nichts Belegbares gebracht haben, was von einem wirklichen Cyber-Angriff der russischen Seite auf Deutschland gezeugt hätte, zeigt, dass wir in einem Informationskrieg leben, in dem Propaganda eine größere Rolle spielt als Fakten.“

    Die für uns so komfortable Ordnung, die wir 25 Jahre lang – seit der Gründung der Europäischen Union – positiv wahrgenommen haben, ändere sich. In einer nun multipolaren Welt entstünden neue Mächte, „wo vermutlich Europa eher schwächer als stärker wird“, so Rahr. Das schüre bei den Eliten selbstverständlich Nervosität.

    „Über das Internet, über soziale Medien und vor allen Dingen über die Medien werden weiterhin Propagandaschlachten geführt werden – auf beiden Seiten, da bin ich sicher. Weil die Welt in Unordnung ist und in dieser Unordnung weiterhin gekämpft wird“, betont Rahr. Die Situation werde sich noch lange nicht beruhigen, prognostiziert der Experte.

    Wichtig sei es, dennoch einen Dialog zu finden und eventuell über Verträge sicherzustellen, dass man sich auf diesem Gebiet nicht mehr bekämpfe.

    Die Meldung darüber, dass das Kanzleramt dennoch angeordnet habe, den Sachverhalt weiter zu prüfen, hält Rahr für fraglich. „Ich glaube, dass das Thema wieder von einigen Medien manipuliert wird und man sich einfach mit dem Resultat, das man ganz anders erwartet hatte, nicht zufrieden geben will.“

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    Tags:
    Cyber-Attacke, Vermutung, Geheimdienst, Cyber-Krieg, Sicherheit, Fakten, Propaganda, Desinformation, Informationskrieg, Alexander Rahr, Europäische Union, Russland, Deutschland