20:44 05 August 2020
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    Europas Flüchtlingsdeals (141)
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    Die gemeinsame Absichtserklärung zur Flüchtlingskrise, die der italienische Außenminister und der Chef der libyschen Regierung der Nationalen Einheit jüngst unterzeichnet haben, verletze die Interessen Libyens, sagte der libysche Abgeordnete Said Amgib im Sputnik-Interview.

    Die internationale Gemeinschaft nutze die instabile Lage in Libyen aus. Sie benutze Politiker, die die Interessen Libyens missachteten. „Diese Menschen sind bereit, jedes Abkommen zu unterzeichnen“, so Amgib. Die europäischen Staaten hätten eine für sie günstige Lösung der Flüchtlingskrise gefunden. Doch die Menschen in Libyen lehnten die Unterbringung von Migranten aus der ganzen Region in einer eigens dafür einzurichtenden Flüchtlingsstadt im Süden des Landes kategorisch ab, betont der Volksvertreter.

    Die Regierung von Fayez al-Sarraj sei nach denselben Prinzipien etabliert worden wie die afghanische Regierung von Hamid Karzai: Auf internationalen Befehl und zum Nutzen der westlichen Politik, moniert Amgib. „Wie alle Menschen in Libyen meine auch ich, dass man unser Land in Ruhe lassen und ihm die Möglichkeit geben soll, sein Schicksal selbst zu bestimmen“, sagt der Abgeordnete entschieden.

    Doch er hoffe, dass „Russland gemeinsam mit der neuen US-amerikanischen Führung Libyen helfen wird, die Krise zu bewältigen“, sagte Amgib. Inzwischen hätten sich alle davon überzeugen können, dass die Nahostpolitik des ehemaligen US-Präsidenten Obama gescheitert sei, betont er.

    Italien und Libyen hatten am 2. Februar eine Absichtserklärung über die Kooperation in der Flüchtlingskrise unterzeichnet. Damit erklären die beiden Länder ihre Absicht, die Schleuserkriminalität zu bekämpfen und in Libyen geeignete Strukturen für die Aufnahme von Flüchtlingen aufzubauen.

     

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