14:03 19 Juni 2019
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    VIDEO: Kiewer Parlamentarier beschmiert Berliner Mauer – deutsche Botschaft reagiert

    © Foto : 112 Ukraina
    Politik
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    Als Reaktion auf die Erklärung des deutschen Botschafters in der Ukraine, Ernst Reichel, dass die Donbass-Wahlen auch unter den obwaltenden Umständen möglich seien, hat der Parlamentsabgeordnete vom Poroschenko-Block, Alexej Gontscharenko, ein Originalstück der Berliner Mauer auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Kiew beschmiert.

    Mittwochnachmittag, Kiew: Gefilmt von mehreren Kameras des ukrainischen Staatsfernsehens sprüht der Politiker Alexej Gontscharenko auf Deutsch das Wort „nein“ auf das Mauer-Fragment. Damit reagierte er seinen eigenen Angaben zufolge auf die Äußerungen des deutschen Botschafters über die Donbasswahlen. „Wenn jemand nicht Russisch und Ukrainisch versteht, so sagen wir’s auf Deutsch: nein“, betonte er.

    Wenig später verlautete auf der Internetseite der Botschaft, dass der Vorfall bedauernswert sei und das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen verletze.

    „Mit großem Bedauern hat die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland erfahren, dass der Abgeordnete Gontscharenko ein historisches Fragment der Berliner Mauer beschädigt und verunstaltet hat“, heißt es in der Stellungnahme.

    Zuvor hatte der deutsche Botschafter in der Ukraine, Ernst Reichel, gegenüber RBK-Ukrajina erklärt, dass die Wahlen in dem von Kiew nicht kontrollierten Teil des Donbass nicht nur dann stattfinden sollten, wenn dort „auf jedem Gebäude der Stadtverwaltung eine ukrainische Flagge hängt“ und es dort „keine russischen Truppen“ mehr gibt.

    Diese Äußerung sorgte für Verärgerung bei ukrainischen Politikern. „Das ist nicht die erste inkorrekte öffentliche Äußerung des Botschafters, der mit derartigen Erklärungen offen dem Okkupanten, der Russischen Föderation, in die Hände spielt“, kommentierte die Vizechefin der Obersten Rada (Parlament) der Ukraine, Irina Geraschtschenko, in ihrem Facebook-Account die Worte des Botschafters.

    Sie schlug vor, Deutschland sollte über einen Austausch des Botschafters nachdenken.

    Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin nannte das von Reichel vorgeschlagene Szenario eine „Farce“. Dies wären Wahlen „vor russischen Gewehrläufen“, schrieb er in seinem Twitter-Account.

    Die Chefin des Ausschusses für Außenbeziehungen bei der Obersten Rada der Ukraine, Anna Gopko, hatte das Parlament aufgerufen, Reichel mit einem Boykott zu belegen, wonach das ukrainische Außenministerium den Botschafter unverzüglich einbestellte, um „die Widerlegung seiner Aussage zu hören“. Bislang hat die Botschaft von diesen Äußerungen jedoch keine Notiz genommen.

    Das als Mahnmal gedachte Fragment der Berliner Mauer in Kiew steht bereits das zweite Mal im Zentrum eines Skandals. Im November 2016 hatte eine halbnackte Aktivistin der ukrainischen Protest-Bewegung „Femen“ das Fragment mit einem Hammer attackiert.

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    Tags:
    Alexej Gontscharenko, Ernst Reichel, Donbass, Deutschland, Kiew