08:25 22 Oktober 2018
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    Muslimische Frau in einem Kopftuch (Symbolbild)

    Streit um Kopftuchverbot: Gericht gibt Klage muslimischer Lehrerin Recht

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    Politik
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    Die muslimische Lehramtsbewerberin hat in zweiter Instanz den Rechtsstreit gegen das Kopftuchverbot für Berliner Grundschullehrerinnen gewonnen, wie deutsche Medien melden.

    Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat demnach am Donnerstag der Entschädigungsklage gegen das Land Berlin rechtgegeben, welches die junge Lehrerin wegen ihres religiös motivierten Kopftuchs nicht eingestellt hatte. 

    Die Richter erklärten, das Land habe die Klägerin dadurch benachteiligt. Sie erkannten der Klägerin eine Entschädigung in Höhe von zwei Monatsgehältern (8.680 Euro) zu. In dem Berufungsverfahren hob das Landesarbeitsgericht das Urteil der Vorinstanz auf. Gegen das Urteil ließ das Gericht eine Revision beim Bundesarbeitsgericht zu.

     

    Vor dem Arbeitsgericht  war die junge Frau im April 2016 mit ihrer Entschädigungsklage gescheitert.  Sie hatte sich nach Angaben ihrer Anwältin diskriminiert gesehen, weil sie wegen ihres Kopftuchs nicht als Grundschullehrerin eingestellt worden war.  Das Arbeitsgericht urteilte damals, die Frau sei nicht benachteiligt worden, das Berliner Neutralitätsgesetz behandle alle Religionen gleich. Demnach dürften Lehrer, Polizisten und Justizbedienstete im Dienst keine religiös geprägten Kleidungsstücke tragen.

     

     

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    Tags:
    Lehrerin, Verbot, Klage, Kopftuch, Deutschland