08:47 18 Juli 2018
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    Polnischer Ex-Präsident Walesa will Ziel vieler Attentate gewesen sein

    © AFP 2018 / Piotr Wittman
    Politik
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    Laut dem früheren polnischen Präsidenten Lech Walesa sind zahlreiche Mordversuche gegen ihn verübt worden. Das Institut für Nationales Gedächtnis (IPN) soll dokumentarische Beweise dafür besitzen.

    Im Februar 2016 sind im Haus der 2015 gestorbenen Generals Czeslaw Kiszczak „Geheimdokumente“ beschlagnahmt worden, die auf eine Verbindung Walesas mit den Geheimdiensten zu Zeiten der Volksrepublik Polen hinweisen sollen. Unter den Papieren habe sich seine Zustimmungserklärung zum Einsatz als Agent befunden, hieß es. Die Dokumente wurden öffentlich zugänglich gemacht.

    Laut IPN hatten Experten Ende Januar 2016 die Echtheit der Dokumente über die Zusammenarbeit Walesas mit den Geheimdiensten bewiesen.

    Es wurde behauptet, der Ex-Präsident mit dem Rufnamen „Bolek“ habe Anzeigen erstattet und vom damaligen Sicherheitsdienst Belohnungen dafür erhalten. Walesa hat die Anschuldigungen wiederholt zurückgewiesen und erklärt, die Dokumente seien von den Geheimdiensten gefälscht worden, mit dem Ziel, für einen nicht existierenden Agenten Geld zu verdienen.

    „IPN verfügt über Dokumente, die auf Kiszczak als mehrfachen Organisator der Attentate auf mich hinweisen, und glaubt trotz alledem an die vorbereitete Provokation unter dem Pseudonym ‚Bolek‘“, schrieb Walesa auf Facebook.

    Laut Walesa war er während des in Polen geltenden Kriegsrechts (1981-1983) unter anderem von einem Mann besucht worden, der ihn nach eigenen Worten töten sollte, jedoch nicht wagte, die Tat zu begehen. Der Mann sei später „an einem Baum aufgehängt gefunden“ worden, so Walesa. „Das ist nicht der einzige solche Fall in meinem Kampf, es gibt diesbezügliche Dokumente, es leben noch Augenzeugen“, so der Ex-Präsident.

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    Tags:
    Geheimdienste, Attentat, Institut für Nationales Gedenken IPN, Czesław Kiszczak, Lech Walesa, Polen
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