15:14 18 Oktober 2018
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    Schikotan (Kurilen-Inseln)

    Kurilen-Streit: Russland will mit Japan gemeinsam Fischfang betreiben

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    Laut dem russischen Außenministerium schließen die Vorschläge an Japan zur gemeinsamen Wirtschaftstätigkeit auf den Kurilen-Inseln eine Zusammenarbeit bei Fischfang, Tourismus und Medizin ein.

    „Wir arbeiten an einem Paket von Vorschlägen, die die aussichtsreichsten Bereiche in Hinsicht der sozialwirtschaftlichen Entwicklung der Südkurilen betreffen. Das sind vor allem Fischzucht und —verarbeitung, Verbesserung der Infrastruktur, geothermische Energie, Tourismus, Medizin und eine Reihe weiterer Bereiche", sagte die Abteilungsleiterin des russischen Außenministeriums, Ljudmila Worobjowa, zu RIA Novosti.

    Bei den anstehenden russisch-japanischen Gesprächen auf Vize-Außenminister-Ebene im März sollten die Projekte vereinbart werden, die in der nächsten Zeit umgesetzt werden können, sagte die Diplomatin. Später werde man rechtliche Grundlagen für die gemeinsame Wirtschaftstätigkeit auf den Kurilen-Inseln entwickeln. 

    Außerdem werde die Möglichkeit des Besuches des japanischen Premiers Shinzo Abe in Russland behandelt. Die Visite könnte in der ersten Hälfte des laufenden Jahres stattfinden.

    Am Dienstag hatte Japan die Bildung eines zwischenbehördlichen Rates für die gemeinsame Wirtschaftstätigkeit mit Russland auf den Südkurilen-Inseln bekanntgegeben.

    Zuvor hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Berichte japanischer Medien kommentiert, denen zufolge die Kurilen-Inseln Japan zur zeitweiligen Nutzung übergeben werden könnten. „Die Herkunft dieser Information ist unverständlich. Dies entspricht nicht der Wirklichkeit", sagte Peskow.

    Die Spekulationen der japanischen Presse könne man „ganz ruhig ignorieren", äußerte der russische Botschafter in Japan, Jewgeni Afanassjew.

    Die prinzipielle Vereinbarung, Verhandlungen über eine gemeinsame Wirtschaftstätigkeit auf den Südkurilen aufzunehmen, war beim Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Japans Premier in der Präfektur Yamaguti und in Tokio im Dezember 2016 getroffen worden.

    Japan beansprucht die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Chabomai und beruft sich dabei auf das bilaterale Traktat über Handel und Grenzen vom 7. Februar 1855. Die Rückgabe der Inseln stellte Tokio als Bedingung für den Abschluss eines Friedensvertrages mit Russland, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht unterzeichnet werden konnte. Moskau verweist darauf, dass die Südkurilen nach dem Zweiten Weltkrieg der Sowjetunion überlassen wurden, so dass sich Russlands Souveränität in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht über sie erstreckt.

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