13:04 14 Juli 2020
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    Die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Russland soll sich nicht nur im strategischen und geopolitischen Sinne, sondern auch im Rahmen des Syrien-Einsatzes weiterentwickeln, wie der Experte im Bereich Sicherheit und Anti-Terror-Kampf, Abdullah Agar, gegenüber Sputnik Türkiye sagte.

    Das gegenseitige Zusammenwirken muss demnach auch auf dem Kampffeld erweitert werden, damit die Zusammenarbeit im strategischen und geopolitischen Sinne einen stabilen und ständigen Charakter erhalte.

    „Von der Art des Zusammenwirkens sowie dem Vertrauensniveau zwischen russischen und syrischen Militärs hängt sowohl die Zukunft Syriens als auch das weitere Schicksal der geopolitischen türkisch-russischen Partnerschaft ab“, so der Experte.

    Falls das Niveau der Koordinierung zwischen den Truppen beider Länder nicht erhöht werde, könne es zu ähnlichen Vorfällen, wie dem versehentlichen Angriff auf türkische Truppen durch die russische Luftwaffe am Donnerstagabend, und unterschiedlichen Manipulationen führen.

    Agar betonte dabei, dass es zwischen Moskau und Ankara sowohl auf dem Kampffeld als auch in der Diplomatie bereits einen Mechanismus zum gegenseitigen Vertrauen gebe, der unter normalen Bedingungen auch funktioniere. Wie der Vorfall am Donnerstag jedoch zeigte, sei das nicht genug, gab er an. In Extremfällen funktioniere er nicht mehr.

    Er verwies dabei darauf, dass die Türken beim Einsatz in einem Bezirk von Al-Bab beschlossen hätten, die IS-Kämpfer einzukesseln. Im Ergebnis sei ein Teil der türkischen Soldaten außerhalb der Frontlinie gelandet, wo zuvor der IS stand.

    „Offenbar ist diese Information nicht rechtzeitig an die russische Seite übergeben“, so der Experte.

    Dies beweise, dass Russland und die Türkei noch keine völlig umfassende Koordinierung in Syrien erreicht hätten. 

    Su-33 und MiG-29K-Kampfjet auf Admiral Kusnezow
    © Sputnik / Press service of the Northern Fleet/Andrey Luzik
    Technisch sei es sehr schwer, dies zu gewährleisten, da einerseits die Militärflugzeuge mit sehr hohen Geschwindigkeiten fliegen und andererseits die türkischen Abteilungen an ständigen Straßenkämpfen gegen die IS-Kämpfer ohne genaue Kontaktlinien teilnehmen. Außerdem bestehe das Problem darin, das die IS-Objekte nicht nur von russischen, sondern auch von den türkischen, syrischen Flugzeugen sowie denen der Koalitionskräfte attackiert würden.

    Außerdem merkt Agar an, dass es sehr wichtig sei, die Arbeit zum Anti-IS-Kampf in Syrien in drei Richtungen zu entwickeln: Boden-Boden, Boden-Luft und Luft-Luft. Das bedeute, dass die Koordnierung nicht nur zwischen Russland und der Türkei und nur auf einer Ebene, sondern zwischen allen Teilnehmern des Anti-Terror-Einsatzes sowie auf unterschiedlichen Ebenen verlaufen solle. „Die Aufgabe ist schwierig, aber man muss daran arbeiten“, sagte er abschließend.

    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte seinem türkischen Amtskollegen umgehend sein Beileid zum Tod der drei türkischen Soldaten durch einen versehentlichen Luftschlag der russischen Luftstreitkräfte in Syrien ausgesprochen. Der Vorfall hatte sich bereits am Donnerstagmorgen ereignet. Die türkischen Militärs sollen sich im Rahmen der Operation „Schutzschild Euphrat“ in diesem Gebiet aufgehalten haben, wie aus der offiziellen Mitteilung des türkischen Generalstabs hervorgeht.

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    Tags:
    Koordinierung, Zusammenarbeit, Anti-Terror-Einsatz, Türkei, Syrien, Russland