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    Lage in Syrien (2017) (492)
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    Die Medienberichterstattung über Syrien ist die größte Lüge unserer Zeit, meint der in einem syrischen Kloster lebende flämisch-belgische Priester Pater Daniël Maes. In einem Interview für „Algemeen Dagblad“ erzählt der Geistliche, wer die Mitschuld am Bürgerkrieg in dem einst friedlichen und harmonischen Land trägt.

    Pater Daniël zog vor sieben Jahren aus Belgien in das aus dem sechsten Jahrhundert stammende katholische Kloster Mar Yakub in der Stadt Qara, die in der Nähe von Damaskus liegt. In den vergangenen vier Jahren ist der Priester Augenzeuge vieler grauenvoller Dinge und Tragödien geworden.

    „Die Vorstellung, dass ein Volksaufstand gegen Präsident Assad stattgefunden hat, entspricht nicht der Wahrheit. Ich lebe seit 2010 in Qara und habe mit eigenen Augen gesehen, wie aus dem Ausland gekommene Agitatoren Proteste gegen die Regierung organisierten und junge Menschen rekrutierten“, berichtet der 78-Jährige.

    ​All dies sei damals gefilmt und von Al Jazeera ausgestrahlt worden, um den Eindruck zu vermitteln, dass eine Rebellion im Gang sei. In sunnitischen und christlichen Gemeinden seien von ausländischen Terroristen Morde begangen worden, um religiöse und ethnische Zwietracht unter den Menschen Syriens zu verbreiten, die einst sehr vereint untereinander gewesen seien.

    Laut Pater Daniël war das Land davor ein harmonischer und weltlicher Staat, wo verschiedene Religionen friedlich Seite an Seite lebten. „Es gab kaum Armut, die Bildung war kostenlos und die medizinische Versorgung war gut. Es war nur nicht möglich, frei seine politischen Ansichten zu äußern. Aber die meisten Menschen interessierten sich dafür auch nicht“, so der Priester.

    Als sich dann Tausende Terroristen in Qara niedergelassen hatten, habe die Klostergemeinde um ihr Leben gefürchtet. Die meisten Extremisten seien aus den Golfstaaten, Saudi-Arabien, Europa, Türkei und Libyen gekommen, wobei es auch viele Tschetschenen gegeben habe.

    „Sie bildeten eine ausländische Besatzungsmacht und waren allesamt mit al-Qaida und anderen Terroristen verbündet. Vom Westen und seinen Alliierten bis an die Zähne bewaffnet, mit der Absicht, gegen uns vorzugehen, sagten sie buchstäblich: ‚Dieses Land gehört jetzt uns’.“

    Oft hätten sie unter Drogen gestanden, kämpften gegeneinander und hätten abends wahllos herumgeschossen. Die Klostereinwohner hätten sich lange Zeit in den Grabgewölben verborgen, bis die syrische Armee die Extremisten verjagte.

    „Es ist ein Wunder, dass wir überhaupt noch leben. Wir verdanken das der Regierungsarmee Assads und Wladimir Putin, weil dieser sich entschlossen hatte zu intervenieren, als die Rebellen die Macht zu übernehmen drohten“, so der Geistliche.

    Nach Meinung von Pater Daniël sind die Berichte der westlichen Medien über Kriegsverbrechen seitens der Regierungsarmee „die größte Medienlüge unserer Zeit“. Leider gebe es zu viele „Mitläufer und Feiglinge“ unter den Journalisten, die mit ihren Berichten indirekt an den Massakern teilgenommen hätten.

    „Es wurde purer Unsinn über Aleppo verbreitet. In Wirklichkeit waren es die Rebellen, die plünderten und töteten. Glauben Sie, die Menschen in Syrien sind dumm? Glauben Sie, dass diese Menschen gezwungen wurden, für Assad und Putin zu jubeln? All das wegen der Pipelines und Rohstoffe für die Amerikaner und um Putin in dieser Region auszubremsen.“

    Außerdem würden Saudi-Arabien und Katar in Syrien einen sunnitischen Staat ohne Religionsfreiheit errichten wollen.

    „Wissen Sie, als die syrische Armee sich auf die Schlacht in Aleppo vorbereitete, kamen muslimische Soldaten zu mir, um sich segnen zu lassen. Unter einfachen Moslems und Christen gibt es kein Problem. Es sind diese radikalen Islamisten, die vom Westen unterstützten Rebellen, die uns massakrieren wollen. Sie gehören alle zu al-Qaida und dem IS. Es gibt keine gemäßigten Kämpfer.“

    Einst habe er Hillary Clinton als einen „Teufel im Weihwasser“ bezeichnet, da sie als Außenministerin ganz bewusst den Konflikt anheizte. Nun freue er sich über die Präsidentschaft Donald Trumps: „Er sieht, was jeder normale Mensch versteht: Dass die Vereinigten Staaten aufhören sollten, Länder, die natürliche Ressourcen besitzen, zu untergraben. Das Streben der Amerikaner nach einer unipolaren Welt ist das größte Problem.

    Trump versteht aber, dass der radikale Islam eine größere Gefahr darstellt als Russland. Was kümmert es mich dann, wenn er gelegentlich seine Hose herunterzieht?“

    Wenn Trump eine Geopolitik in der Art betreibe, wie er es versprochen hat, dann sehe die Zukunft gut aus und stimme auch mit der überein, die Putin anstrebt. Dann dürfte man darauf hoffen, dass es eine Lösung für Syrien gibt und der Frieden in das kriegszerrüttete Land zurückkehrt.

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    Kloster, Islam, Christen, Christentum, Terrormiliz Daesh, Islamischer Staat, Donald Trump, Baschar al-Assad, Wladimir Putin, Daniël Maes, Belgien, Damaskus, Qara, Syrien