03:49 29 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    212257
    Abonnieren

    Dschibuti ist das einzige Land der Welt, in dem gleichzeitig fünf fremde Staaten ihre Militärbasen haben. Die russische Tageszeitung „Kommersant“ hat herausgefunden, warum Russland auf den Bau eines eigenen Stützpunktes in dem ostafrikanischen Kleinstaat verzichten musste.

    Dschibuti ist flächenmäßig kleiner als Mecklenburg-Vorpommern und zählt nur knapp 900.000 Einwohner. Weil das Land an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen liegt, sind dort insgesamt acht fremde Staaten militärisch präsent.

    Am stärksten ist die US Army vertreten: Auf Camp Lemonnier, Amerikas einzigem ständigem Militärstützpunkt in Afrika, sind gleichzeitig bis zu 5000 Soldaten stationiert. Frankreich unterhält in seiner ehemaligen Kolonie gleich mehrere Militärobjekte. Auf einem von ihnen sind zudem militärische Kontingente Spaniens und Deutschlands untergebracht.

    Auf dem chinesischen Stützpunkt in Dschibuti – dem einzigen im Ausland – befinden sich rund 800 Armeeangehörige. Auch das „pazifistische“ Japan hat seit 2011 einen Militärstützpunkt in dem afrikanischen Land. Dieser liegt unmittelbar neben der US-Basis. Darüber hinaus befindet sich in Dschibuti eine italienische Basis.

    Auch Russland hatte einst Möglichkeiten für den Bau eines Militärstützpunktes in Dschibuti ausgelotet. Laut „Kommersant“ hatten beide Staaten in den Jahren 2012 und 2013 intensiv darüber verhandelt. Als Standort war ein Gelände in unmittelbarer Nähe vom Djibouti-Ambouli International Airport im Gespräch.

    Doch dieser Plan wurde nie verwirklicht – wegen Einmischung der USA, so „Kommersant“. Als sich die Beziehungen zwischen Moskau und Washington 2014 wegen der Ukraine-Krise verschlechterten, habe Amerika von der Regierung Dschibutis ultimativ gefordert, keinen russischen Stützpunkt bauen zu lassen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Kampf den Piraten: Paris und Moskau wollen Militärflugzeuge nach Dschibuti schicken
    Bundeswehr an Russlands Grenzen: Bedenken eines ehemaligen Offiziers
    Diese alte chinesische Firma wird Smartphone-Markt aus den Angeln heben – Medien
    Tags:
    Dschibuti