12:03 21 Januar 2020
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    Streit um Kurilen-Inseln (42)
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    Japan hat im Zusammenhang mit der Namensgebung für fünf Kurilen-Inseln eine Protestnote an Russland gerichtet, wie am Dienstag die japanische Agentur Kyodo meldet.

    Am vergangenen Freitag hatte Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew eine Anordnung unterzeichnet, der zufolge fünf bisher namenlose Kurilen-Inseln Namen bekommen haben.

    Es hieß, die Inseln seien zu Ehren des Generalleutnants Kusma Derewjanko, des Generalleutnants Alexej Gnetschko, des Diplomaten Andrej Gromyko, des Ex-Gouverneurs der Insel Sachalin, Igor Farchutdinow, und des Hochseekapitäns Anna Schtschetinina benannt worden. Die Initiative sei von der Sachalin-Abteilung der Russischen Geografischen Gesellschaft ausgegangen.

    Der Vorsitzende der Sachalin-Abteilung dieser Gesellschaft, Sergej Ponomarjow, habe im Gespräch mit der russischen Presse konkretisiert, dass dank dieser Anordnung die Anzahl der Kurilen-Inseln nun 82 betrage.

    „Die nun auf Russlands Landkarte aufgetauchten Namen sind leider halb vergessen. Wir wissen, dass es eine Kapitulation Japans gegeben hat, aber daran, dass sie von General Kusma Derewjanko unterzeichnet wurde, erinnern wir uns nicht“, sagte Ponomarjow. Das russische Außenministerium habe, vorgeschlagen, eine Insel zu Ehren von Andrej Gromyko zu benennen, ergänzte er.

    Alle Kurilen-Inseln waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den Bestand der UdSSR übergegangen. Japan beansprucht die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Chabomai und beruft sich dabei auf das bilaterale Traktat über Handel und Grenzen vom 7. Februar 1855.

    Mitte Dezember des vergangenen Jahres hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Japan besucht und dort Gespräche mit Japans Premierminister Shinzo Abe geführt. Wie der japanische Premier danach sagte, „sind diese Verhandlungen ein wichtiger und großer Schritt auf dem Wege zum Abschluss eines Friedensvertrages zwischen Japan und Russland“. Allerdings sei es „bislang zu früh“, von einer Regelung der Kurilen-Problematik zu sprechen, stellte Abe fest.

    Wie Putin nach diesem Treffen bekräftigte, haben die Seiten unter anderem auch „die Möglichkeit des Abschlusses eines Friedensvertrages“ erörtert. Die Länder müssten das „historische Südkurilen-Ping-Pong“ einstellen und begreifen, dass dieses Problem unter Wahrung der Interessen beider Länder endgültig geregelt werden müsse, meinte er

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    Benennung, Insel, Dmitri Medwedew, Kurilen, Japan, Russland