03:21 19 November 2019
SNA Radio
    Matrosen des schweren Atom-Raketenkreuzers „Pjotr Weliki“

    Russische Rekruten bleiben auf dem Festland

    © Sputnik / Grigoriy Sysoev
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    (Aus-)Rüstung der russischen Armee (2017) (42)
    0 444
    Abonnieren

    Russische Grundwehrdienstleistende werden künftig ihren Dienst nicht mehr auf russischen Kreuzern und U-Booten absolvieren. Die Besetzung an Bord dieser soll ab Frühling 2017 fast ausschließlich aus Vertragssoldaten bestehen, wie am Dienstag die Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf den Hauptsitz der russischen Nordmeerflotte berichtet.

    Demnach soll der Grundwehrdienst in der Nordflotte künftig nur mehr in Landtruppen geleistet werden, beispielsweise in Brigaden der Marineinfanterie, der motorisierten Infanterie, der Flugabwehr oder als Bodenpersonal in Angriffsstaffeln.

    In Russland dauert der Grundwehrdienst ein Jahr, allerdings meinen Experten, dass Soldaten allein, die wenigstens fünf bis sieben Jahre Militärerfahrung hätten, mit komplizierter Ausrüstung moderner Kreuzer, Zerstörer und U-Boote durchaus zurechtkommen können.

    „Ein Obermaat des Zeitdienstes hat ein ganz anderes Niveau der Motivation und der Militärausbildung“, sagte Admiral Igor Kasatonow, ehemaliger stellvertretender Oberbefehlshaber der russischen Marine, dem Blatt.

    Nigeria: Piraten kapern deutschen Frachter Russen und Ukrainer verschleppt

    Ihm zufolge stiegen die Zahl und die Länge der Gefechtsvorstöße russischer Schiffe in der letzten Zeit. Um hochqualifizierte Zeitsoldaten heranzuziehen, biete russische Marine Lohnerhöhungen, einen Zugang zur kostenlosen Hochschulausbildung und Aussichten auf Unterkunftsmöglichkeiten an.

    Dabei sei der Bedarf an qualifizierten Kräften nur ein Teil des Problems. Wegen der gestiegenen Anzahl der fernen Gefechtsvorstöße sind laut der Zeitung auch ernsthafte organisatorische Probleme entstanden.

    „Ein Schiff fährt nach Syrien mit Rekruten an Bord. Die Dienstfrist eines Matrosen ist abgelaufen, im Unterschied zu einem Zeitsoldaten bekommt er kein Dienstreisegeld, weil er seinen Dienst formell auf Russlands Territorium leistet“, so Walentina Melnikowa, Sekretärin der Union der Komitees der Soldatenmütter Russlands, gegenüber „Iswestia“.

    Für viele Rekrutierte werde es eine böse Überraschung sein, dass sie ihren Grundwehrdienst nicht auf einem Schiff oder U-Boot leisten können, meint der stellvertretende Vorsitzende des Sozialrats beim russischen Verteidigungsministerium Alexandr Kanschin.

    Mehr zum Thema: Wie die Nato Russland in der Arktis beherrschen will

    „Sie wollen (ihren Grundwehrdienst auf einem Schiff oder U-Boot leisten – Anm. d. Red.), sie sehnen sich danach, sie sind Romantiker. Sie haben aber keine Berufsausbildung,“ so Kanschin.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    (Aus-)Rüstung der russischen Armee (2017) (42)

    Zum Thema:

    So würde ein Seegefecht der stärksten Kriegsschiffe der USA und Russlands ausgehen
    Kommandeur nennt Details zu Syrien-Fahrt der „Admiral Kusnezow“
    Moskau um Hilfe bei Stabilisierung in Libyen gebeten? Wen denn sonst! – Experte
    Lichtschwert für die russische Armee
    Tags:
    U-Boot, Zerstörer, Marine, Militär, Armee-Rekruten, Armee, Nordflotte Russlands, Iswestija, Syrien, Russland