19:22 25 Juni 2017
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    Neuer Flüchtlingsheime-Chef verdient mehr als Berlins OB - CDU kritisiert Besetzung

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    Der neue Chef des Landesbetriebs für Flüchtlingsheime Rembert Vaerst wird monatlich 15.000 Brutto verdienen, wie die „Berliner Zeitung“ (BZ) berichtet. Der in großer Hast abgeschlossene Vertrag hat nun Kritik bei der CDU geerntet und wirft die Frage auf, ob es sich hierbei nicht um Übervorteilung handelt.

    15.000 Euro im Monat – das ist mehr, als der Berliner Bürgermeister Michael Müller (14.000) oder ein Senator verdient. So viel soll nun der Ex-Geschäftsführer des städtischen Unternehmens „Fördern & Wohnen“ (spezialisiert auf Wohnungslosen-, Eingliederung- und Flüchtlingshilfe) Rembert Vaerst als neuer Chef des Landesbetriebs für Flüchtlingsheime bekommen – und nach BZ-Recherchen somit fast doppelt so viel wie der Chef eines gemeinnützigen Berliner Flüchtlingsheimbetreibers mit mehreren tausend Mitarbeitern. Dabei soll Vaerst nicht allein kommen – mit ihm ziehen demnach rund 30 „Fördern und Wohnen“-Ex-Mitarbeiter aus Hamburg nach Berlin um. Ab März sollen Vaerst und seine Kollegen nun bis zu drei Unterkünfte für 600 Flüchtlinge betreiben.

    ​Dabei hatte der 65-Jährige, der Ende 2016 in den Ruhestand ging, kurz davor seiner Frau öffentlich versprochen, dass er mit Erreichen der Altersgrenze aufhöre, und auch gegenüber Medien erwähnt, dass er sich „auf mehr Zeit für die Seinen“ freue.

    Die Besetzung und der Gehalt gehen aus einer Senatsvorlage, die Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Dienstag im Senat eingebracht haben, hervor.

    Nach Meinung des CDU-Fraktionschefs Florian Graf, werde die Besetzung des hochdotierten Jobs ungewöhnlich eilig vorangetrieben.

    „Die Besetzung findet von SPD, Linken und Grünen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt“, so Graf. „Unverantwortlich ist, wie der Senat dabei den Weg der öffentlichen Ausschreibung umgeht, das intransparente politische Verfahren wird dem Thema nicht gerecht.“ Auch das Parlament sollte offenbar nicht näher informiert werden. „Das Warten auf das angekündigte ‚Gute Regieren‘ geht weiter“, schließt Graf.

    ​Nach BZ-Informationen sei der Zeitdruck wenig erklärbar, da vor über anderthalb Jahren die Sozialverwaltung in Absprache mit der Finanzverwaltung über einen landeseigenen Flüchtlingsheimbetrieb verhandelt und das als ein langfristiges Ziel vereinbart habe. Die Finanzverwaltung habe ihrerseits erklärt, dass man eine schnellere Lösung benötigt habe — eine Ausschreibung hätte nämlich üblicherweise drei bis sechs Monate Zeit gebraucht. Aufgrund der Befristung (Vaers soll die Organisation nur aufbauen und nach einiger Zeit wieder gehen) habe man auf eine Ausschreibung jedoch verzichten können.

    Themen:
    Europas Flüchtlingsdeals (2017) (135)
    Tags:
    Flüchtlingsheim, Geld, Migranten, Rembert Vaerst, Michael Müller, Berlin, Deutschland
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