08:04 25 September 2017
SNA Radio
    Bundeskanzlerin Angela Merkel

    Risiko-Ranking: Merkel auf Platz drei der weltweit größten Bedrohungen

    © AP Photo/ Markus Schreiber
    Politik
    Zum Kurzlink
    563123640618

    In einem neuen Ranking des hochrangigen US-amerikanischen Thinktanks „Eurasia Group“ wird eine „schwächer gewordene Bundeskanzlerin“ gefährlicher eingestuft als Nordkorea, das nur den neunten Platz besetzt.

    Nach Einschätzung der Experten im Ranking „Willkommen zur geopolitischen Rezession“, das im Report zur bevorstehenden Münchener Sicherheitskonferenz veröffentlicht wurde (Seite 11) befindet sich die Bundeskanzlerin auf Platz drei der Riskio-Top-Ten. Auf Platz zwei ranken die Analysten China, das wegen der angespannten Beziehungen zu den USA „überreagieren“ könnte. Den ersten Platz belegt jedoch Donald Trumps „America First“-Philosophie – die wenig vorhersehbare Außenpolitik des neuen US-Präsidenten, die besonders wegen der „Hypersensibilität“ Chinas gefährliche Folgen haben könnte.

    Hier geht es zum gesamten Ranking

    Die Gefährlichkeit einer schwächer werdenden Merkel erklärt das Ranking wie folgt:

    „Merkel musste sich einer ganzen Serie von neuen Herausforderungen stellen, die ihre Führungskraft schwächen. Ihre Flüchtlingspolitik wurde weder in Deutschland noch darüber hinaus begrüßt, und das hat sich durch Terrorattacken und die vielen Übergriffe, verursacht durch Flüchtlinge, nur verschlimmert.“

    Ein weiteres Problem seien die Krisen großer deutscher Unternehmen wie VW, Deutsche Bank und Lufthansa. Insgesamt sinke aufgrund Merkels Politik europaweit der Wunsch nach einer stärkeren EU, wovon Parteien wie die AfD profitieren würden. Obwohl Merkel sicherlich erneut die Wahlen gewinne, so die Experten, verpuffe ihr geopolitischer Einfluss immer schneller.

    Dazu komme auch noch der Brexit, der ihre Unterstützung aus Großbritannien reduzieren werde, und Frankreich, wo im Falle eines Wahlsieges von Marine Le Pen die Regierung ein „Antagonist Merkels“ werde und im Falle der Präsidentschaft von Francois Fillon ein Ruck Richtung freundschaftlicher Beziehungen zu Russland zu erwarten sei. 

    „Obama ist seinen Verpflichtungen nicht immer nachgekommen, aber die Beziehung (zu Merkel – Anm. d. Red.) war auf eine vertrauliche Weise warm und diplomatisch gut ausgerichtet. Nicht so in Trumps Fall, der sich wenig um solche Werte kümmert, die den Kern Merkels Politik ausmachen“, heißt es weiter.

    Sollten die russisch-amerikanischen Beziehungen reanimiert werden, so würden auch andere europäische Staaten darin eine Gelegenheit sehen, die Beziehungen zu Moskau wieder aufzubauen.

    „Europa hat nie eine stärkere Merkel gebraucht, als jetzt. Im Jahr 2017 wird sie für diese Rolle jedoch nicht verfügbar sein“, schließen die Experten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren