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    „Erwartungen abgekühlt“: Russischer Außenpolitiker kommentiert Trumps Krim-Worte

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    Ein Zurückspulen der Beziehungen zwischen Russland und den USA ist noch immer möglich, wie der Chef des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Leonid Sluzki, am Mittwoch äußerte. Die Erklärung des Weißen Hauses zur Krim zeige aber, dass die Erwartungen an den neuen US-Präsidenten Donald Trump überschätzt wurden.

    „Es gibt noch immer die Möglichkeit für einen Neustart der russisch-amerikanischen Beziehungen. Dennoch kühlen derartige Aussagen unsere vorzeitigen und gleichzeitig überschätzten Erwartungen gegenüber Trump und dessen Team wie eine kalte Dusche ab“, so Sluzki.

    Trumps Rhetorik sei durchaus klar und vorhersehbar. Sie widerspiegele die Ansichten der meisten US-Politiker. Man dürfe nicht damit rechnen, dass der neue US-Präsident  am Anfang seiner Karriere in Konflikt mit der politischen Elite der USA treten werde.

    Laut Sluzki hat Russland Trump zu früh zu seinen Verbündeten gezählt. Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington würden sich zwar durchaus verbessern, aber das nehme viel Zeit in Anspruch, weil die antirussischen Stimmungen in den USA zurzeit sehr stark seien. 

    „Flynns Rücktritt und die Äußerungen des Präsidentensprechers, unter anderem zur Krim, zeigen, dass das von Washington gegen Russland in Gang gebrachte inerte Schwungrad bei weitem nicht gestoppt ist“, so Sluzki.

    Zuvor hatte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, erklärt, US-Präsident Donald Trump erwarte, dass Russland eine Deeskalation des Ukraine-Konflikts erzielen und „die Krim zurückgeben“ werde. Washingtons Sanktionspolitik gegenüber Moskau werde solange unverändert bleiben, hieß es. Noch im Wahlkampf hatte Trump noch gesagt, dass er im Falle seines Sieges bei den US-Präsidentschaftswahlen die Halbinsel Krim als Teil Russlands anerkennen wolle.

    Die Krim war im März 2014 — nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew.

    Die neue ukrainische Regierung erkennt die Abspaltung der Krim nicht an. Die westlichen Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung in Kiew akzeptiert, jedoch nicht das Krim-Referendum. Nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland verhängten die USA und die EU Sanktionen gegen Russland und die Krim.

    In Moskau besteht man darauf, dass die Verfahrensweise bei der Aufnahme der Region in den Bestand Russlands den Normen des Völkerrechts entsprach. Laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist die Krim-Frage „endgültig abgeschlossen“.

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    Tags:
    Erwartungen, Sean Spicer, Donald Trump, Leonid Sluzki, Wladimir Putin, Krim, USA, Russland, Ukraine