17:46 28 März 2017
Radio
    Donald Trump

    Willy Wimmer: Man will Trump vernichten, weil er die Hand nach Moskau ausstreckt

    © AP Photo/ Brynn Anderson
    Politik
    Zum Kurzlink
    1022285435317

    In dieser Woche besuchen Verteidigungsminister, Außenminister und Vizepräsident der neuen US-Regierung Europa. Willi Wimmer, ehemaliger Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, denkt, dass nichts wieder sein wird wie zuvor im transatlantischen Verhältnis. Der eigentliche Kampf findet jedoch gerade in Washington statt.

    Herr Wimmer, was erwarten Sie von der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz?

    Das ist ja schon seit längerem keine Sicherheits- oder Friedenskonferenz mehr, sondern eher eine Kriegskonferenz. Das sieht man ja auch am Besuch der amerikanischen Bürgerkriegsdelegation unter Anführung des Präsidenten der Finsternis, Senator John McCain. Das ist alles aus der Zeit gefallen, was da passiert.

    Man kann die Bürger der Stadt München nur bedauern für diese festungsartige Veranstaltung. Der Stadtpfarrer von München schlug mir gegenüber vor zwei Tagen vor, die Veranstaltung lieber auf eine Isar-Insel zu verlegen, damit die Wasserschutzpolizei die Kontrolle übernehmen kann. Also eine Situation, wie man sie eigentlich nicht haben will.

    Der deutsche Botschafter a.D. Frank Elbe meinte vor einigen Tagen im Interview, dass die Sicherheitskonferenz über die Jahre immer mehr zu einem Transatlantiker-Treffen geworden ist. Teilen Sie diese Auffassung?

    Nato-Flagge
    © REUTERS/ Ints Kalnins
    Ja, da trifft sich in erster Linie die Nato-Mischpoke. Wenn man sich die Erklärung der Veranstaltung vor einigen Tagen durchliest, dann werden da sicherheitspolitische Leertasten gedrückt. Dort treffen sich diejenigen, die in der derzeitigen Situation die große Sorge haben, dass Vernunft ausbrechen würde und sich die monopolare Welt dem Ende zuneigt. Das macht deutlich, dass an sachlichem Gehalt nicht viel zu erwarten ist.

    Das Stichwort "monopolare Welt" erinnert mich an die legendäre Rede des russischen Präsident Putin in München vor zehn Jahren. Wie sind Ihre Erinnerungen an diese Rede?

    Wladimir Putin spricht auf der 43. Münchner Sicherheitskonferenz, 10. Februar 2007
    © Sputnik/ Dmitri Astachow
    Ich habe den russischen Präsidenten ja auch im deutschen Bundestag erlebt und kann nur sagen, das, was er auf deutschem Boden gesagt hat, hat Hand und Fuß. Unser Problem besteht doch darin, dass wir auf einen vernünftig agierenden russischen Präsidenten keine Antworten finden und auf Konfrontation setzen. Die könnten sich in Moskau gelb anstreichen und trotzdem wird gegen sie vorgegangen. Das westliche Konzept ist nur noch mit Aggression zu verteidigen. Das ist das Verhängnisvolle. Wenn die Veranstaltung in München wirklich ihrem Anspruch gerecht werden würde, würden sie andere Leute einladen und für Frieden und Verständigung in ganz Europa eintreten. Bei jeder Konferenz in München wird deutlich, dass wir die Charta von Paris verraten haben.

    Horst Teltschik, der ehemalige Chef der Münchner Sicherheitskonferenz meinte vor einigen Tagen im Interview, dass Europa eine eigene Agenda in Bezug auf Russland bräuchte. Teilen Sie diese Ansicht und ist das überhaupt möglich? Meist orientiert man sich ja an den USA.

    Wir müssen die Wirklichkeit so zur Kenntnis nehmen, wie sie ist. Der deutsche Bürger will zwar eine vernünftige Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation und auch in Russland will man vernünftige Beziehungen mit uns. Das Problem ist aber eben, dass wir uns nicht mehr nach den deutschen und europäischen Interessen artikulieren.

    Das Verhältnis der USA zu Russland hat in den letzten Tagen und Wochen viel Raum für Spekulationen gegeben. Die Aussagen Trumps sind nach wie vor widersprüchlich. Er soll Russland aufgefordert haben, die Krim zurückzugeben, aber betont gleichzeitig wieder, dass er gute Beziehungen zu Russland will. Wie soll das gehen?

    Zum Glück hat ja der russische Präsident nun nicht als Antwort seinerseits die Rückgabe von Alaska gefordert. Wir sehen doch derzeit in Washington, dass wir es nicht mit einem normalen Regierungswechsel zu tun haben, sondern hier stoßen Kriegsparteien aufeinander. Der Fall Flynn zeigt doch, wie die McCains dieser Welt sicher stellen wollen, dass es ja nicht zu einem "shake hands" zwischen Putin und Trump mit einer möglichen Lösung der nahöstlichen und europäischen Probleme kommt. Hier geht es um einen Krieg, der derzeit in Washington ausgetragen wird.

    Herr Wimmer, Sie haben Trump seit seinem Amtsantritt verteidigt, dass man ihm Zeit zugestehen sollte, sich zu beweisen. Könnte es sein, dass egal wie Trump eingestellt ist, er keine Chance hat gegen die anderen Mächte und vor allem die Geheimdienste, die in den USA die Macht haben?

    Ich habe ja schon vor dem Wahlerfolg Trumps betont, dass wir es in Washington mit einem Kriegsestablishment zu tun haben. Dahinter steht der bereits von Eisenhower angesprochene militärisch-industrielle Komplex, der derzeit alles tut, um in seiner Rolle zu bleiben. Auf der anderen Seite hat Trump offensichtlich eine gute Vorstellung davon, dass die Vereinigten Staaten am Ende sind, wenn das so weiter geht. Wenn die Kriegstreiber in den USA weiter die Herrschaft in den Händen halten, sind wir auch in Europa bald am Ende.

    Wird am Sonntag, nachdem außer dem amerikanischen Präsidenten die gesamte Spitzenriege der USA in Europa war, wieder alles wie immer sein beim transatlantischen Status Quo?

    Nein, es wird nichts mehr so sein, wie es vorher gewesen ist. Für München und jede Veranstaltung, wo sich ein hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter sehen lässt, muss man ja inzwischen davon ausgehen, dass er von den eigenen Geheimdiensten abgehört wird und wir das dann anschließend in den bekannten westlichen Publikationen nachlesen können. Sie kämpfen gegeneinander und die große Frage ist nur noch, wann schießen sie aufeinander. Man will Trump vernichten in Washington, weil er die Hand austreckt nach Moskau. Das ist der Hintergrund.

    Interview: Armin Siebert

    Zum Thema:

    „Ich kenne Putin nicht“ – Trump über Verhältnis zu russischem Präsidenten
    Trump-Regierung schon von Russland-Phobie befallen? – Russischer Außenpolitiker
    Trump-Berater schon früher in Kontakt mit Russlands Geheimdiensten - NYT
    „Trump schaut nicht in Rückspiegel“: US-Vize zu Kooperation mit Russland
    Tags:
    Michael Flynn, Donald Trump, John McCain, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    • R. Lee ErmeyAntwort anpincourt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      pincourt, da irren Sie!
      Ich habe nie behauptet, dass die Krim nicht hätte an die Ukraine verschenkt werden dürfen.
      Außerdem stimmt das so gar nicht. Die Krim wurde nicht verschenkt, sondern damals lediglich einem anderen Bezirk zugewiesen.
      So als wenn Würzburg nicht mehr von Bayern, sondern von Hessen regiert würde.
      Aber ich vermute mal, dass Sie das gar nicht verstehen wollen und stur auf Ihrer falschen Ansicht festgebissen bleiben?!
    • pincourtAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, Die Krim muss von allen Fremden geräumt und deutsch besiedelt werden.»
      Adolf Hitler
      www.watson.ch/Gesellschaft%20&%20Politik/Ukraine/292671849-Hitler-wollte-Südtiroler-auf-der-Krim
    • pincourtAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, obwohl die Abgabe der Krim an die Ukraine recht sehr zweifelhaft war, beurteilen sie dieses als lupenrein.
      Immer so wie es ihnen gefällt.
    • pincourtAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, reden sie doch nicht wiederholt ihren Mutti Unsinn.
      Das sie die Dinge nicht richtig beurteilen können, merkt man spätestens, wenn sie behaupten, MH17 sein nicht von ukrainischen Kräften angeschossen worden. Sie sind eben ein total verblendeter, lernunfähiger Mensch aus der Provinz.
    • R. Lee ErmeyAntwort anpincourt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      pincourt, ich weiß sehr wohl zwischen Annexion, Besetzung und Sezession zu unterscheiden! Sie sind es die diese Begriffe immer wieder durcheinander würfeln! Und das mit dem Fall MH17 haben Sie auch nicht verstanden, dass das JIT längst wasserdicht ermittelt hat, dass es eine russische BUK war mit der MH17 abgeschossen wurde.
    • pincourtAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, hören sie doch endlich auf, bemerken sie nicht, dass sie überhaupt nichts verstehen wollen, weil sonst ihr gesamtes jämmerliches, unausgegorenes Gedankenkonstrukt zerfällt? Sind sind doch nur bedingt fähig, in komplexen Zusammmenhängen zu denken. Das tut mir zwar sehr leid für sie, aber so ist es leider nun einmal.
    • pincourtAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, ich glaube ja ihre Unfähigkeiten sind bedingt durch ihre Gene, aber dafür kann man sie ja wirklich nicht verantwortlich machen
    • R. Lee ErmeyAntwort anpincourt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      pincourt, ich denke Sie verwechseln hier wieder etwas ganz eklatant.
      Denn nicht ich bin es der hier etwas nicht verstehen will oder kann.
      Nein es sind Sie, die hier immer wieder die Begriffe Annexion, Sezession und Besetzung durcheinanderwürfelt wie es Ihnen gerade so in den Sinn kommt.
      Wenn Sie denn wenigstens Ihre falsche Verwendung mancher Begriffe begründen würden, bzw. dies wenigstens versuchen würden. Aber nein, wenn man Ihnen den Fehler gerade klar gemacht hat, machen Sie prompt mit dem nächsten weiter.
      Es hat wohl wenig Sinn Ihnen wenigstens in weniger komplexen Dingen etwas Vernunft beizubringen.
      Und wenn Sie argumentativ mit den Rücken an der Wand stehen versuchen Sie auch noch im Rahmen des gerade noch hier geduldeten, mit dem Hinweis auf meine Gene, zu beleidigen.
      Na da weiß ich doch wie Sie gestrickt sind und dass da wohl Hopfen und Malz verloren sind.
    • pincourtAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, hören sie doch mit ihrer, sie haben da etwas eklatant verwechselt, oder verstehen etwas nicht richtig Nummer. Jedes mal wenn sie nicht mehr weiter wissen kommen sie mit der Spiegelung der Mitforisten und spielen die beleidigte Leberwurst. Dieses Verhalten kann ihnen doch niemand mehr abnehmen.
    • Никита
      Herr Wimmer liegt wie immer voll daneben.
      Herr Flynn hat eine Straftat begangen und musste dafür die Konsequenzen ziehen. Er hat gegen den Logan Act verstoßen um sich die Wahlkampfhilfe des Kreml zu sichern. Der Logan Act verbietet amerikanischen Bürger, ohne entsprechende Legitimation mit einem anderen Staat zu verhandeln.
    • avatar
      otto-remagenAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, und damit war , ist und bleibt die Krim Russland . Sie haben sich selber übertroffen .
    • avatar
      EugenAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, ich glaube diese Aussage wird sie noch verfolgen:
      ---------------------
      Denn zu Sowjetzeiten war die Ukraine kein souveräner Staat, sondern eine Teilrepublik der Sowjetunion und damit war das Zusprechen der Krim zur Teilrepublik Ukraine eine rein Innerstaatliche Angelegenheit und somit völkerrechtlich unrelevant.

      -------- vom Saulus zum Paulus --------

      Denn zu BRD-Zeiten war Rheinland/Pfalz kein souveräner Staat, sondern eine Teilrepublik der BRD und damit war das Zusprechen der Pfalz zur Teilrepublik Rheinland/Pfalz eine rein Innerstaatliche Angelegenheit und somit völkerrechtlich unrelevant.

      Der Freistaat Bayern fordert seine Pfalz zurück
    • R. Lee ErmeyAntwort anEugen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Eugen, Ihr Völkerrechts-Legastheniker wollt einfach nicht begreifen, dass das Völkerrecht ein internationales Recht ist und keine innerstaatlichen Angelegenheiten regelt.

      ""Das Völkerrecht (Lehnübersetzung zu lat. ius gentium, „Recht der Völker“) ist eine überstaatliche, auch aus Prinzipien und Regeln bestehende Rechtsordnung, durch die die Beziehungen zwischen den Völkerrechtssubjekten (meist Staaten) auf der Grundlage der Gleichrangigkeit geregelt werden.""
    • avatar
      EugenAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, ohne persönlich werden zu wollen: Ist Bayern kein Staat?
    • R. Lee ErmeyAntwort anEugen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Eugen, Nein, Bayern ist kein international anerkannter Staat, sondern ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.
      Wo waren Sie, als dieses Thema bei Ihnen in der Schule durch genommen wurde?

      ""Deutschland ist ein föderal verfasster Staat in Mitteleuropa, der aus den 16 deutschen Ländern besteht. Die Bundesrepublik ist ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat und stellt die jüngste Ausprägung des deutschen Nationalstaates dar. Wikipedia""
    • avatar
      EugenAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, Ebendieses wiki:

      Bayern ist eine parlamentarische Republik mit dem Bayerischen Landtag als Legislative und der Bayerischen Staatsregierung, an deren Spitze der Ministerpräsident als Regierungschef steht, als Exekutive. Grundlage der Politik ist die Verfassung des Freistaates Bayern, gemäß der Bayern ein Volks-, Rechts-, Kultur- und Sozialstaat ist.
      ---------------
      Kurz:
      Bayern ist eine parlamentarische Republik mit dem Bayerischen Landtag als Legislative und der Bayerischen Staatsregierung, an deren Spitze der Ministerpräsident als Regierungschef steht, als Exekutive. Grundlage der Politik ist die Verfassung des Freistaates Bayern, gemäß der Bayern ein [...] Staat ist.
      --------
      und kommen Sie mir nicht mit den GG - daß hat der Freistaat Bayern nicht unterschrieben, ratifiziert und akzeptiert. u.A. wegen der Pfalz.
    • R. Lee ErmeyAntwort anEugen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Eugen, und trotzdem ist Bayern nicht mehr und nicht weniger als jedes andere Bundesland. Als Staatsform ist im Wikipedia folgendes eingetragen:

      ""parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland""

      Und raten Sie jetzt mal was z.B. unter Niedersachsen eingetragen ist:

      ""parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland""

      Richtig!
      Nämlich genau die gleiche Staatsform!

      Jetzt kommen Sie mir aber nicht mit irgend so einem Reichsbürgerkram. Dies ist genau so eine Mär wie Chemtrails oder andere Verschwörungstheorien.
    • der15.FranzoseAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, och Earnie... immer diese Ausfälle aus Ihrer Rolle, wo man dann doch zustimmen muß. Können Sie sich dies nicht abgewöhnen... so ein ordentliches Feindbild läßt sich einfacher pflegen und man müßte nicht alles lesen, sondern könnte gleich den Daumen runter klicken?
    • avatar
      EugenAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, das ist doch alles C&P. Statt sachlich zu bleiben kommen sie hier mit verunglimpfenden Reichsbürgerkram.
      Sie schwadronieren.
    • R. Lee ErmeyAntwort anEugen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Eugen, nein nein, da Sie mir hier aber mit einer Sonderrolle Bayerns kommen und von irgendwelchen nicht unterschriebenen Verträgen erzählen kann man schon mal annehmen, dass der nächste Schritt der gewesen wäre mir weismachen zu wollen, dass es die Bundesrepublik Deutschland gar nicht gäbe usw.
      Aber wenn Sie nicht in diese Richtung argumentieren wollten entschuldige ich mich natürlich für meinen Vorwurf in diese Richtung.
    neue Kommentare anzeigen (0)