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09:41 21 Oktober 2019
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    Streitpunkt Iran: „Die Europäer sind bereit zu einem Kampf gegen Trump“

    © AP Photo / Ebrahim Noroozi
    Politik
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    Der iranische Markt interessiert die Europäer, deshalb werden sie aktiv Widerstand leisten, falls Donald Trump versucht, umfassende Sanktionen gegen Teheran einzuführen. Diese Prognose liefert der russische Nahost-Experte Jewgeni Satanowski. Er erläutert auch, warum es den USA kaum gelingt, einen Keil zwischen Russland und den Iran zu treiben.

    In einem Gastbeitrag für die russische Wochenzeitung „WPK“ schreibt Satanowski, Donald Trump habe seine antiiranische Rhetorik verschärft. Er könne aber nicht schlechthin den Atom-Deal mit Teheran ruinieren und harte Sanktionen einführen.

    „Die Europäer, die den iranischen Markt aktiv ins Visier nehmen, werden Trump nicht unterstützen. Falls er versucht, ein umfassendes Embargo gegen den Iran einzuführen, wird dies Differenzen mit Berlin und Peris auslösen“, prognostiziert Satanowski.

    Er kommentiert: „Der Iran ist ein Thema, wo die Europäer bereit sind, sich einen Kampf mit Trump (aber nicht mit den USA als globalem Akteur) zu liefern. Dabei ist die EU nach wie vor ein treuer Verbündeter der Vereinigten Staaten. Die europäischen Spitzenvertreter werden sich eben gegen Trump persönlich einsetzen. Die demokratische Elite der USA und die Opponenten des US-Präsidenten in seiner eigenen Partei werden ihnen dabei Rückendeckung geben.“ 

    Trump bereife dies und beschränke sich im Fall Iran zunächst auf Worte: „Für ihn wäre es noch verfrüht, eine offene Konfrontation mit den Europäern einzugehen. Außerdem sind nicht einmal die USA in der Lage, die Sanktionen gegen den Iran und gegen Russland zeitgleich aufrechtzuerhalten und dazu noch einen Handelskrieg gegen China und gegen Mexiko anzuzetteln.“

    In diesem Zusammenhang seien auch die US-Medienberichte zu betrachten, wonach die neue US-Administration einen Keil zwischen Moskau und Teheran treiben wolle. Dies werde aber nicht klappen, selbst wenn das Weiße Haus im Ernst darauf setze. Denn trotz einiger Differenzen brauche der Iran die aktuelle Allianz mit Russland in Sachen Syrien – ebenso wie eine diplomatische Unterstützung auf internationaler Ebene. Dazu noch kaufe der Iran russische Waffen, so Satanowski.

    „Weder die Falken noch die ‚gemäßigten‘ iranischen Staatsmänner werden einen Bruch mit Moskau eingehen. Zumal Teheran keine Verbündeten von diesem Niveau mehr hat. Die Regierung in Peking wäre trotz ihrer Waffenlieferungen an den Iran kaum bereit, eine groß angelegte militärische und diplomatische Unterstützung für ihn zu leisten“, vermutet der russische Experte.

    „Trump muss all dies berücksichtigen. Das ist vorerst eine Garantie gegen eine unbedachte Einführung umfassender Sanktionen gegen Teheran“, schreibt Satanowski in seinem Kommentar.

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