15:23 21 November 2019
SNA Radio
    Syrische Nationalflagge in Aleppo

    Warum nur Russland den Syrien-Konflikt regeln kann

    © REUTERS / Omar Sanadiki
    Politik
    Zum Kurzlink
    Eine Lösung für Syrien? (2017) (230)
    5706
    Abonnieren

    Russland ist das einzige Land, das einen Ausweg aus dem Syrien-Konflikt finden kann. Nur Russland kann Damaskus an den Verhandlungstisch bringen, wie es schon die syrische Opposition im Januar zu Verhandlungen nach Astana gebracht hatte. Dies sagte der französische Diplomat Michel Foucher im Interview mit dem Wochenmagazin „Le Point”.

    Ewig allerdings werde Moskau den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad nicht unterstützen, so Foucher. Durch einen Eingriff in die Situation bei Aleppo habe Russland im Nahen Osten ein Kräftegleichgewicht geschaffen, das bewirkte, dass sogar die sunnitische Opposition die Verhandlungen akzeptieren musste. Darüber hinaus sei Moskau die einzige Kraft, die Damaskus zu Gesprächen bewegen könne.

    „Russland ist die einzige Seite, die den Konflikt schlichten kann, denn es handelt von der Machtposition sowohl in militärischer als auch in politischer Hinsicht“, findet der Diplomat. Als Beweis führte er die Tatsache an, dass Moskau Ankara überreden konnte, nicht mehr auf Assads Rücktritt als Vorbedingung zu bestehen.

    Eine wichtige Rolle spiele bei diesen Gesprächen aber auch der Iran, wobei die Interessen Teherans und Moskaus aber nicht immer übereinstimmten, ergänzte Foucher: „Neben dem historischen Misstrauen des Irans gegenüber Russland man dort den Umstand nicht legitim, dass Russland als regionaler Akteur auftritt.“ 

    Andererseits halte Russlands Präsenz im Nahen Osten die westlichen Länder davon ab, sich einzumischen. Das wiederum sei günstig für Teheran.

    Russland trete derweil in Syrien angesichts des „libyschen Szenarios“, des „Arabischen Frühlings“ und der Revolution in der Ukraine gegen Gewaltanwendung auf, so der Experte weiter. Moskau wolle nicht, dass Syrien zu einem Terroristennest werde. Der Kreml habe seine eigenen strategischen Interessen in Syrien, wenn es um Militärstützpunkte, den regionalen Waffenmarkt, Abkommen mit dortigen Ölproduzenten und einen größeren diplomatischen Einfluss gehe.

    Diese Interessen sehen keine „ewige Unterstützung“ eines konkreten Spitzenpolitikers vor, von dessen Schwächung Russland eventuell sogar profitieren könnte. Zudem kenne sich Russland im syrischen Staatsaufbau gut genug aus und verstehe, dass sich die Situation dort nie stabilisieren werde, solange die Sunniten, die 73 Prozent der Bevölkerung ausmachen, in den Hintergrund gedrängt werden. Deshalb gehe es bei den aktuellen syrisch-syrischen Verhandlungen um die Vereinigung verschiedener Kräfte im Kampf gegen die Dschihadisten, denen dafür eine gewisse Beteiligung an der künftigen Machtverteilung in Syrien versprochen werde.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Eine Lösung für Syrien? (2017) (230)

    Zum Thema:

    Syrien: Von Russland geschulte Minenräumer einsatzbereit - Schoigu
    Kurden suchen Russlands Unterstützung für Teilnahme an Syrien-Konferenz in Genf
    Lawrow überzeugt: Dies erwartet bald Russland-US-Kooperation gegen IS in Syrien
    Russland: Amnesty International will Konflikt in Syrien erneut anheizen
    Tags:
    Michel Foucher, Baschar al-Assad, Russland, Syrien