17:32 20 Juni 2019
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    Marine Le Pen

    Le Pen bekennt sich zu fiktivem EU-Leibwächter

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    Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich 2017 (131)
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    Die Chefin des französischen Front National und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat zugegeben, dass sie ihren Leibwächter als Assistenten von Europaabgeordneten fiktiv angestellt haben soll, wie die Zeitung Le Figaro am Freitag mitteilt. Sie habe so die „Ausgaben ordnen“ wollen.

    Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) fand demnach heraus, dass zwei Mitarbeiter von Le Pens Partei regelwidrig aus Mitteln der europäischen Volksvertretung bezahlt worden seien, da diese als Assistenten angemeldet worden seien. Bei einer der Personen ging es um Le Pens persönlichen Leibwächter, der 41.500 Euro verdient haben soll. Eine weitere Person war die Leiterin des Partei-Apparats, die gut 298.000 Euro erhalten haben soll.  

    Das Europaparlament hatte Le Pen aufgefordert, die Summe aus der Rückforderung von gut 298.000 Euro bis zum 31. Januar zurückzuerstatten, was jene aber ablehnt. Eine weitere geforderte Rückzahlung soll bis zum 28. Februar erfolgen. Le Pens Rechtsanwalt will diese Forderung nun vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten, und bezeichnete sie als „politisch motiviert“.     

    Wie mehrere Umfragen ergaben, gehört Marine Le Pen neben Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Ex-Premierminister François Fillon zu den Favoriten im Ringen um das höchste Amt Frankreichs im Frühjahr 2017.

    So könnte Le Pen laut der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop im ersten Wahlgang 25 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Macron könnte 20,5 Prozent erringen, Fillon nur 18,5 Prozent. Bei einer Stichwahl würde Le Pen mit 35 Prozent gegen Macron mit 65 Prozent verlieren.

    Marine Le Pen ist Präsidentschaftskandidatin der konservativen Partei „Front National“. Sie tritt unter anderem gegen den Migrantenzustrom, für einen EU-Austritt Frankreichs, eine Revision der Verfassung und einiger Gesetze ein.

    Die Franzosen wählen ihren künftigen Staatschef in voraussichtlich in zwei Wahlgängen am 23. April und 7. Mai 2017.

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    Präsidentenwahl, Front National, IFOP, EU-Parlament, Le Figaro, François Fillon, Emmanuel Macron, Marine Le Pen, Frankreich