05:07 02 Juni 2020
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    Der Donbass ist für Moskau ein Hebel, um Kiew unter Druck zu setzen, zugleich aber ein fremdes Territorium. „Eben deshalb wird Moskau die neue Staatlichkeit (des Donbass) nach Kräften unterstützen“, wie die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag schrieb.

    Diese Unterstützung werde sich aber in gewissen Grenzen halten. „Ökonomische Verluste infolge des Bürgerkrieges in der Ukraine sollten begrenzt werden … Bislang geht es um einen Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) um einige Prozentpunkte und um niedrigere Notierungen von Aktien russischer Unternehmen und Banken. Das ist akzeptabel. Aber weder der Kreml noch die absolute Mehrheit der Russen ist bereit, für den Donbass mit einer wesentlichen Verschlechterung der Lebensqualität zu zahlen“, hieß es in dem Beitrag.

    Laut einer Umfrage des Meinungsforschungszentrums WZIOM sind 36 Prozent der Bürger Russlands für eine Neutralität im ukrainischen Konflikt. Dabei hatte sich knapp ein Viertel (24 Prozent) der Russen für die Anerkennung der Unabhängigkeit der selbsternannten Republiken Donezk und Lugansk ausgesprochen.

    „Die Zahlen führen vor Augen, dass das heutige Kiew keine Sympathien bei den Russen auslöst, was aber nicht erstaunlich ist. Sein offen antirussischer Kurs kann den Russen kaum gefallen. Aber interessanter ist etwas anderes: Die 36 Prozent der Neutralitäts-Befürworter zeugen davon, dass die Russen diesen Krieg, diesen Konflikt als fremd betrachten. Die Resultate der Umfrage zerstören auch einen anderen gängigen Mythos, dass die Russen nur davon träumen würden, den Osten der Ukraine als Teil Russlands zu sehen. Dafür hatten nur 18 Prozent der Befragten plädiert“, schrieb das Blatt.

    Moskauer Kreml
    © Sputnik / Alexei Druzhinin/Anton Denisov/Pressedienst des Präsidenten von Russland

    „Diese Zahlen sind für den Kreml wohl keine Überraschung. Davon zeugt der gesamte offizielle Kurs Russlands seit Ausbruch der Ukraine-Krise. Die Krim und der Donbass sind für Russland zwei unterschiedliche Sachen: Die Krim war infolge eines Missverständnisses der Ukraine zugesprochen worden und ist zudem von immenser militär-strategischer Bedeutung“, fuhr das Blatt fort.

    Für Moskau habe die Wirtschaft Vorrang. Ökonomische Erfolge hingen unter anderem von diversen europäischen Projekten und von der Souveränität ab. „Für die europäische Integration würde Moskau nur attraktiver, wenn das Lebensniveau (in Russland) höher sein wird als in anderen Ex-Sowjetrepubliken. Wirtschaft bedeutet Haushalt, und Haushalt bedeutet Militäretat. Niemand wird die Wirtschaft um des Donbass willen opfern“, schrieb die "Nesawissimaja Gaseta".

     

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    Tags:
    Stellungnahme, Einmarsch, Nesawissimaja Gaseta, Russland, Ukraine, Donbass