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    Russlands Waffenexport bleibt stabil: „Trend zur Erweiterung der Absatzmärkte“

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    Russland ist nach wie vor der zweigrößte Waffenlieferant weltweit – russische Experten bestätigen diese Einschätzung des Stockholmer Instituts für Friedensforschung (SIPRI). Dabei sucht Moskau aktiv nach neuen Auftraggebern für seine Militärtechnik und erweitert die Palette seiner Dienstleistungen.

    „Generell rangiert Russland seit vier Jahren in Sachen Waffenexport stabil auf Platz zwei. Dies betrifft alle Segmente – sowohl direkte Waffenlieferungen als auch Lieferungen von Ersatzteilen und Wartung“, sagte der russische Militärexperte Viktor Murachowski der Onlinezeitung vz.ru.

    Damit stimmte er dem jüngsten SIPRI-Bericht zu. Demnach machten die USA im Zeitraum von 2012 bis 2016 rund ein Drittel aller Waffenexporte weltweit aus. Russland belegte mit 23 Prozent den zweiten Platz. Ihm folgten China, Frankreich und Deutschland.

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    Der russische Waffenexperte Andrej Frolow erläuterte allerdings für vz.ru, der Export bestehe aus zwei Komponenten. Erstens gehe es um die erfolgten Lieferungen, zweitens um die geschlossenen Verträge. Bei der zweiten Komponente sei es Frankreich im vergangenen Jahr wahrscheinlich gelungen, Russland abzuhängen.

    „So sind die Gesetze dieses Marktes. Die Kunden können die Waffen nicht mit einer ständigen Regelmäßigkeit kaufen. Es ist aber anzumerken, dass Wladimir Putin im Oktober 2016 bei seinem Indien-Besuch eine Vereinbarung unterzeichnet hat, wonach Russland Waffen im Gesamtwert von elf Milliarden US-Dollar liefern soll. Die Vereinbarung liegt also vor, während die entsprechenden Verträge vorerst ausbleiben. Falls diese Verträge im laufenden Jahr zustande kommen, werden wir jenen gewissen Rückstand aus dem vergangenen Jahr nachholen können“, so Frolow.

    Der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow hatte kürzlich prognostiziert, der Waffenexport gehe im laufenden Jahr kaum zurück: „Im Jahr 2017 sollen die russischen Lieferungen von Militärerzeugnissen ungefähr so groß sein wie im Jahr zuvor, und zwar im Gesamtwert von rund 14 Milliarden Dollar.“

    Frolow kommentierte weiter, Russlands größte Auftraggeber auf diesem Gebiet seien Algerien, Indien, China, Aserbaidschan und Kasachstan: „Was die Struktur des russischen Verteidigungsexports betrifft, macht die Luftwaffentechnik 40 bis 45 Prozent aus. Dahinter rangieren Luftabwehrsysteme und Militärtechnik für das Heer. Die Militärtechnik für die Kriegsflotte hat einen Anteil von zehn Prozent.“

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    Analyst Michail Chodarenok kommentierte für vz.ru, bei der Arbeit des zuständigen staatlichen Waffenexporteurs Rosoboronexport sei ein „Trend zur Erweiterung der Absatzmärkte“ deutlich zu verfolgen. Russland nehme arabische, südostasiatische und lateinamerikanische Länder stärker ins Visier.

    Laut Chodarenok konnte Russland seine Wartungsdienstleistungen deutlich verbessern und habe nun mehr Chancen im Konkurrenzkampf mit den Vereinigten Staaten: „Die USA waren in der Lage, beispielsweise ein kaputtes F-16-Triebwerk binnen 24 Stunden bei einem Kunden auszutauschen. Nun können wir dasselbe. Manche Länder wie Indien fordern oft, die Technik in ihren Produktionsstandorten zusammenzuschrauben und zu reparieren. Wir gehen auch darauf ein.“

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    Waffenexporte, F-16, Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI), Denis Manturow, Viktor Murachowski, USA, Russland