15:21 17 Juni 2019
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    Nationalisten-Demo in Kiew

    Drei Jahre nach Ukraine-Putsch wieder Tausende Nationalisten auf Kiews Straßen

    © REUTERS / Valentyn Ogirenko
    Politik
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    Drei Jahre nach dem blutigen Umsturz in der Ukraine versammeln sich wieder Tausende Rechte auf dem Kiewer Hauptplatz Maidan zu Demonstrationen.

    Die Mitglieder der nationalistischen Parteien Swoboda, „Nationaler Korps“ und „Rechter Sektor“ fordern eine Verschärfung der Blockade der östlichen Gebiete Donezk und Lugansk, die größtenteils von Russischstämmigen besiedelt sind, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur RIA Novosti aus Kiew berichtet. Die Demonstranten zünden Böller und Feuerwerkskörper.

    ​„Das ist erst der Anfang“ steht auf einem großen Spruchband.

    ​Der Kiewer Stadtkern ist von den Sicherheitskräften abgeriegelt. Nach Polizei-Angaben nehmen rund 7000 Menschen an der Demo teil. Fast genauso viele Sicherheitskräfte sind vor Ort, um für Sicherheit zu sorgen.

    Im November 2013 waren auf dem Kiewer Hauptplatz Maidan Proteste der Anhänger einer Euro-Integration ausgebrochen, die in den Folgewochen in Gewalt mit mehr als hundert Toten umschlugen und im Februar in einen politischen Umsturz mündeten. Auslöser der Proteste, die von westlichen Top-Politikern unterstützt wurden, war die Entscheidung der ukrainischen Regierung unter Nikolai Asarow, die geplante Assoziierung mit der EU wegen drohender Milliardenverluste auf Eis zu legen.

    Nach den Unruhen in Kiew erklärte die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch für abgesetzt. Obwohl die von der Verfassung vorgeschriebene 75-Prozent-Mehrheit im Parlament nicht erreicht wurde, stellten Oppositionsparteien eine Übergangsregierung, die von den westlichen Staaten umgehend anerkannt wurde.

    Dagegen haben die östlichen Industrie-Regionen Donezk und Lugansk den nationalistisch geprägten Machtwechsel in Kiew nicht akzeptiert und eigene „Volksrepubliken“ ausgerufen. Im April schickte die neue ukrainische Regierung Truppen in die Protestregionen. Bei den Gefechten zwischen Regierungstruppen und Volksmilizen sind nach UN-Angaben bis heute mindestens 9.500 Zivilisten getötet worden.

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    Kiew, Ukraine