12:02 16 Dezember 2019
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    Maidan-Gedenkmarsch in Kiew

    Maidan-Gedenkmarsch in Kiew: Teilnehmer fordern Parlament zu Auflösung der Macht auf

    © AFP 2019 / Genya Savilov
    Politik
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    Zur Auflösung der in der Ukraine bestehenden Macht hat der Parlamentsabgeordnete und Kommandeur des Nationalgarde-Regiments „Asow“, Andrej Bilezki, aufgerufen, wie am Mittwoch der ukrainische TV-Sender „112 Ukraine“ berichtet.

    Seinen Appell habe Bilezki demnach im Namen der Teilnehmer des Maidan-Gedenkmarsches, den Nationalisten im Kiewer Stadtzentrum veranstalteten, an das Parlament gerichtet.

    „Wir, die ukrainischen Nationalisten, werden unsere Bemühungen (…) vor allem dafür vereinen, um diese Macht zu vernichten, die sich fälschlicherweise als ukrainische bezeichnet“, sagte der Parlamentarier.

    Ferner forderte Bilezki, keine Preiserhöhung für kommunale Dienstleistungen zuzulassen und die diplomatischen Beziehungen zu Russland abzubrechen. Dabei betonte er, „ich verspreche euch, solltet ihr unsere Forderungen nicht erfüllen, so haben wir genug Mut, Kraft und Entschlossenheit, diese Werchowna Rada (das ukrainische Parlament – Anm. d. Red.) aufzulösen“.

    Am selben Tag hatten die Teilnehmer des Marsches zuvor eine symbolische Fahrkarte in das russische Lipezk, wo eine dem Präsidenten Poroschenko gehörende Backwarenfabrik in Betrieb war, zum Präsidialamt gebracht. Etwa 10.000 Mitglieder der nationalistischen Partei „Swoboda“ (Freiheit) und Mitglieder der extremistischen Organisation „Rechter Sektor“ hatten im Stadtzentrum einen Marsch zum Gedenken an die Opfer des Maidan durchgeführt.

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    Aktionen zu Ehren des Jahrestages der Ereignisse vom Winter 2013/2014 finden seit mehreren Tagen in der ukrainischen Hauptstadt statt. Am 19. Februar hatten Demonstranten versucht, in die Bankowaja-Straße einzudringen,  wo sich das Präsidialamt befindet. Die Polizei hatte sich ihnen entgegengestellt und es war zu Auseinandersetzungen mit den Demonstranten gekommen.

    Unter Maidan (auch Euromaidan) werden die Protestaktionen verstanden, die es im Winter 2013/2014 in mehreren Städten der Ukraine gab und die letztendlich zu einem gewaltsamen Machtwechsel in Kiew führten. Während dieser Ereignisse kamen mehr als 100 Menschen ums Leben. Die Anführer des Maidan wurden zu Regierungsmitgliedern und auch Parlamentsabgeordneten.

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    Tags:
    Rechter Sektor, Swoboda-Partei, Maidan, Kiew, Ukraine