23:14 20 August 2017
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    US-Präsident Donald Trump

    Trump will Nuklearpotential der USA erweitern

    © REUTERS/ Joshua Roberts
    Politik
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    US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag Bedenken hinsichtlich der Schlüsselverträge zwischen den USA und Russland zur Aufrechterhaltung der strategischen Stabilität geäußert, jedoch nicht verraten, was er in diesem Bereich zu tun beabsichtigt.

    In einem Interview mit Reuters versprach der US-Präsident, das Nuklearpotential der USA zu erweitern. „Es wäre großartig, ja traumhaft, wenn kein einziges Land Atomwaffen besitzen würde. Da aber Länder Atomwaffen besitzen, werden wir auf dem Konkurrenz-Gipfel sein“,  so Trump.

    Es geht um den Vertrag über die Reduzierung der strategischen Offensivwaffen (START-III) und den Vertrag zur Eliminierung von Kurz- und Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag), deren Grundlage noch während des Kalten Krieges und der Konfrontation zwischen den beiden Supermächten – der Sowjetunion und den USA – geschaffen wurde.

    Der START-III-Vertrag zwischen Russland und den USA war im Jahr 2010 unterzeichnet worden und 2011 in Kraft getreten. Das Dokument, das bis 2021 gilt, sieht die Reduzierung von je 700 strategischen Waffenträgern und von je 1.550 nuklearen Gefechtsköpfen durch die Seiten vor.

    Trump nannte den START-III-Vertrag „einseitig“. „Das war ein weiterer schlechter Deal, den unseres Land geschlossen hat…“, so Trump. Er erwähnte in diesem Zusammenhang auch das Abkommen mit dem Iran. „Wir werden gute Deals schließen“, ergänzte der US-Präsident.

    Er wolle mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vermutliche Verstöße gegen den INF-Vertrages  durch Russland erörtern, sagte Trump.

    Er berief sich dabei auf US-Medienberichte über eine angebliche Stationierung von bodengestützten Raketen seitens  Russlands. Dies könnte das Thema eines Gesprächs mit Putin sein, „wenn und wann“ dieses stattfindet.

    Die „New York Times“ hatte unter Berufung auf anonyme Quelle in der US-Administration berichtet, dass Moskau denINF-Vertrag verletze. Es wurde behauptet, dass Russland bodengestützte Marschflugkörper stationiert habe. Der Leiter des Departements für Nichtweiterverbreitung und Rüstungskontrolle beim russischen Außenministerium, Michail Uljanow, wies diese Behauptung als unbewiesen zurück.

    Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, bei einem kurzen Pressegespräche sagte, sind die USA nicht gewillt, ihre Überlegenheit im Nuklearbereich aus der Hand zu geben.

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    Tags:
    Nuklearwaffen, INF-Vertrag, Interview, Außenministerium Russlands, Donald Trump, Wladimir Putin, USA, Russland