22:30 12 Dezember 2017
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    Russlands NATO-Botschafter Alexander Gruschko

    Botschafter: NATO sollte Politik der Abschreckung gegen Russland überdenken

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    Die NATO müsste ihre Politik der Abschreckung Russlands überdenken, wenn die Allianz wirklich gegen den Terrorismus kämpfen will. Das erklärte der russische Botschafter beim nordatlantischen Bündnis, Alexander Gruschko, in einem Interview der deutschen Zeitung „Die Welt“.

    Notwendig sei ein Dialog darüber, was man zusammen tun könnte. „Das Potenzial für eine Zusammenarbeit ist vorhanden.“  „Von einer Zusammenarbeit würden nicht nur die Sicherheitsinteressen Russlands profitieren, sondern auch die Sicherheitsinteressen der NATO. Die terroristische Bedrohung kennt keine Grenzen“, wurde Gruschko vom Blatt zitiert.

    Geopolitische Entwicklungen und die „Bemühungen der NATO, ihre Existenz damit zu rechtfertigen, die sogenannte russische Bedrohung abzuwehren“, würden eine solche Zusammenarbeit derzeit aber behindern.

    Die Bekämpfung des Terrorismus müsse global und eng miteinander abgestimmt sein. „Natürlich in strikter Übereinstimmung mit internationalem Recht, mit dem bedingungslosen Respekt gegenüber der Führungsrolle der Vereinten Nationen, sie muss auf Augenhöhe erfolgen und ohne versteckte Agenda“, erläuterte der frühere russische Vizeaußenminister.

    „Die NATO hat entschieden, die Zusammenarbeit mit Russland wegen der Ukraine-Krise auszusetzen. Das war nicht Russlands Entscheidung. Und diese Entscheidung wurde trotz der fruchtbaren Zusammenarbeit im NATO-Russland-Rat getroffen, wo man sich ja auch mit dem Kampf gegen den Terrorismus beschäftigte“, so Gruschko.

    Der Botschafter führte Beispiele für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Russland und der Allianz vor der Krise an. Dazu gehörten die gemeinsame Wartung von Hubschraubern und die Drogenbekämpfung in Afghanistan oder eine Initiative zur Identifizierung von terroristischen Angriffen aus der Luft.

    „Ganz offensichtlich haben diese Projekte die Sicherheit Russlands und der NATO verbessert“, sagte Gruschko. Mit der Aussetzung der Zusammenarbeit hätten die NATO-Länder ihren eigenen Sicherheitsinteressen geschadet: „Bildlich gesprochen hat sich die NATO damit selbst ins Knie geschossen.“

    Gruschko glaubt, keine Organisation allein könne „Inseln der Sicherheit“ schaffen. Darum habe der russische Präsident Wladimir Putin in der UN-Vollversammlung einen Vorschlag für eine breite internationale Kooperation vorgelegt: „Wir sind uns der Bedrohung bewusst, die von der Radikalisierung, einschließlich der sozialen Medien, und ausländischen Kämpfern, die aus den Konfliktgebieten zurückkommen, ausgeht“, schrieb „Die Welt“.

     

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    überdenken, Abschreckung, Politik, NATO, Alexander Gruschko, Russland