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03:06 21 September 2019
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    Kohlegrube im Donbass (Archivbild)

    Handelsblockade: Donbass droht ukrainischen Werken mit „äußerer Verwaltung“

    © Sputnik / Alexei Kudenko
    Politik
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    Die Sperrung der Eisenbahnstrecken in den Donbass widerspricht „dem Geist und Wortlaut der Minsker Abkommen“. Das geht aus einer von der offiziellen Donezker Nachrichtenagentur veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Chefs der selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk, Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki, hervor.

    „Wenn die Blockade bis zum 1. März 2017 nicht aufgehoben wird, werden wir alle Betriebe, die im Zuständigkeitsbereich der Ukraine liegen, aber in den Republiken tätig sind, unter äußere Verwaltung stellen. Wir werden die Ukraine nicht mehr mit Kohle versorgen. Für die Kohlelieferungen gibt es weder Möglichkeiten noch Bezahlungsschemen“, heißt es.

    Zudem sollen künftig die Betriebe laut Sachartschenko und Plotnizki am russischen Markt sowie an Märkten „anderer Länder“ orientiert werden. 

    Am Dienstag mussten der Stahlproduzent Enakijewski (EMZ) und die Kokserei „Krasnodonugol“ der Metinvest Group des ukrainischen Milliardärs Rinat Achmetow ihre Produktion stoppen. Achmetow ist einer der reichsten Unternehmer der Ukraine. Laut Angaben der ukrainischen Version des „Forbes“-Magazins soll sein Vermögen 2,3 Milliarden Dollar betragen.

    Unterbrechungen bei der Anlieferung von Eisenerz im Werk von Enakijewo gibt es demnach bereits seit Ausbruch der Kampfhandlungen, doch seit der Blockade des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Jassiniowataja-Skotowataja „ist die Anlieferung der Rohstoffe und die Auslieferung der Erzeugnisse unmöglich geworden“. Das Werk habe bereits Arbeiten zur zeitweiligen Einstellung eingeleitet. Die Werksfiliale in Makijiwka (Makejewka) soll zum 25. Februar ihre Produktion einstellen. Auch die Kohlegruben von Krasnodonugol müssten mit einem Produktionsstopp rechnen, heißt es.

    Eine Gruppe ehemaliger Teilnehmer an der Militäroperation im Donbass, darunter Abgeordnete der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament), hatten Ende Januar aus Protest gegen die Handelsbeziehungen mit den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk die Güterbahnstrecke auf dem von Kiew kontrollierten Territorium des Gebietes Lugansk blockiert. Zur Begründung hieß es, der Handel mit den selbsterklärten Republiken sei ungesetzlich und die diesbezüglichen Gütertransporte seien Schmuggel. Später wurden auch zwei Bahnstrecken im Gebiet Donezk gesperrt.

    In der Ukraine musste wegen des Kohlemangels der Energienotstand ausgerufen werden, Kiew hat erste Stromabschaltungen eingeleitet.

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    Tags:
    äußere Verwaltung, Werchowna Rada, Forbes, Rinat Achmetow, Alexander Sachartschenko, Igor Plotnizki, Donbass, Ukraine