11:44 22 November 2019
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    China als wichtigster Handelspartner: „Gute Nachricht für Deutschland“

    © AFP 2019 / Johannes Eisele
    Politik
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    Dass es China gelungen ist, die USA in Sachen Handelsvolumen mit Deutschland abzuhängen, ist für die Bundesrepublik erfreulich – insbesondere mit Blick auf die Politik von Donald Trump. Die Nachricht kann aber auch die Debatten beim bevorstehenden G20-Finanzministertreffen kräftig befeuern, wie das russische Magazin „Expert“ schreibt.

    Die Zeitschrift beschäftigt sich in ihrer Onlineausgabe mit den jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach China zum wichtigsten Handelspartner für Deutschland aufgestiegen ist. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern hat im vergangenen Jahr knapp 170 Milliarden Euro erreicht.

    Der „Expert“ kommentiert: „Zweifelsohne ist das eine gute Nachricht für Deutschland – im Hinblick auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, deutsche Importwaren mit Zöllen zu belegen. Trumps Wirtschaftsberater warf Deutschland dazu noch vor, den schwachen Euro auszunutzen, um seinen Export in die USA zu schüren.“

    „Washingtons geänderter Ansatz in Sachen Handel lief darauf hinaus, dass der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel vorschlug, die EU-Wirtschaftspolitik auf Asien umzuorientieren, falls die USA ihre Politik des Protektionismus weiter betreiben“, schreibt die russische Zeitschrift.

    Noch im Jahr 2015 hatten die Vereinigten Staaten ganz oben auf der Liste der Handelspartner von Deutschland gestanden. Doch nun rangieren sie auf Platz drei – nicht nur hinter China, sondern auch hinter Frankreich.

    Der „Expert“ schreibt weiter: „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Juni 2016 Peking besucht. Sie sagte, dass Chinas Bedeutung als diplomatischer und Handelspartner schnell zunehme, und rief die Regierung in Peking auf, den chinesischen Markt für deutsche Unternehmen zu öffnen. Nach Hause kehrte die Kanzlerin mit 24 Abkommen im Gesamtwert von 2,73 Milliarden Euro zurück.“

    Mehr zum Thema: Deutschland zeigt chinesischen Milliarden-Investitionen kalte Schulter

    Im vergangenen Jahr sei es aber auch zu einer Zuspitzung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China gekommen: „Es geht um die Übernahme des Roboterherstellers Kuka durch das chinesische Unternehmen Midea. Trotz ihrer Besorgnis wegen möglicher Gefahren für die nationale Sicherheit stimmte die Regierung in Berlin doch dem Deal zu. Im Januar wurden die chinesischen Investoren zu den Hauptaktionären von Kuka. Der Wert des Deals übertrifft vier Milliarden Euro.“

    Zum Schluss prognostiziert das russische Magazin: „Beim Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Länder, das Mitte März in Baden-Baden stattfinden soll, werden die Angaben des Statistischen Bundesamtes mit Sicherheit die Debatten über den kräftigen deutschen Export und dessen riesigen Überschuss, aber auch über die Ungleichgewichte im Welthandel weiter befeuern.“

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    Tags:
    Handel, Donald Trump, Angela Merkel, Deutschland, China