06:03 05 Juni 2020
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    Die jüngsten Medienberichte, wonach Russland angeblich die US-Küste mit irgendwelchen „Maulwurf“-Raketen vermint, sind aus Sicht des Kremlsprechers Dmitri Peskow nicht ernst zu nehmen.

    „Da sollten sie sich an die Zeitung wenden, ich verstehe einfach nicht, worum es geht“, sagte Peskow am Mittwoch gegenüber Journalisten. Solche Meldungen klängen sehr merkwürdig, so Peskow weiter. Der Kremlsprecher rief daher dazu auf, diese nicht ernst zu nehmen.

    Ende Februar hatte die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ einen Beitrag des Militär-Kommentators Viktor Baranz mit dem Titel „Trump-pam-pam und unser großer Boom“ veröffentlicht. In dem Artikel beruft sich Baranz auf den ehemaligen russischen Generalstabschef Juri Balujewski.

    Dieser soll behauptet haben, dass US-Präsident Donald Trump auf Rat seiner Militärs hin, die ihn auf die Stärke der russischen Armee aufmerksam gemacht hätten, den US-Wehretat um 54 Milliarden US-Dollar aufstocken wolle. Russland will sich laut Balujewski aber nicht in einen Wettbewerb der Verteidigungsausgaben mit den USA hineinziehen lassen. Dafür habe das Land schon eine „asymmetrische Antwort“ parat, so Balujewski.

    Mit dieser „asymmetrischen Antwort“ meinte Balujewski der Zeitung zufolge die russischen Atomsprengköpfe, deren Flugbahn von keinem einzigen Computer berechnet werden könne. „Die Amerikaner verlegen ihre Panzer, Flugzeuge und Spezialeinheiten an die Grenze zu Russland. Wir verminen dafür heimlich die US-Küste mit "Maulwurf"-Raketen – sie werden vergraben und ‚schlafen‘ bis zu einem Befehl.“

    Laut Militärexperten des Online-Portals Lenta.ru entbehren die Behauptungen des Autors jeder Vernunft. Russland werde keine solchen Schritte unternehmen, zumindest weil dies die geltenden Abkommen zur Verringerung der strategischen Waffen verletzen würde. Diese Übereinkünfte verbieten unter anderem die Stationierung von Atomwaffen auf dem Meeresgrund.

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