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    Cyber-Krieg (Symbobild)

    Cyber-Schild für Russland: „Hacker vervollkommnen das Schwert“

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    Russische Staatsmänner haben erläutert, wozu das Land Cyber-Truppen braucht. Auch in den USA bestehen solche Einheiten längst. Indes werden auch Hacker immer aktiver. Fake-News scheinen bereits in der Lage zu sein, politische Vorgänge zu beeinflussen. Die russische Zeitschrift „Expert“ beschäftigt sich mit dem Thema.

    Die Zeitschrift zitiert den Chef des Duma-Ausschusses für Verteidigung, Wladimir Schamanow, mit den Worten, Russlands sogenannte Truppen für Informations-Operationen seien vor allem „zum Schutz von Interessen der nationalen Verteidigung sowie für Auseinandersetzungen im Informationsbereich“ aufgestellt worden.

    Dass solche Truppen in Russland seit vier Jahren bestehen, hatte Verteidigungsminister Sergej Schoigu kürzlich bestätigt. Er lobte auch die Kapazitäten der in Moskau ansässigen Nationalen Leitzentrale für Verteidigung, die die Aktivitäten der Streitkräfte beobachtet und koordiniert: „Erstmals wurde ein einheitlicher geschützter Informationsraum auf föderaler, regionaler und lokaler Ebene geschaffen.“

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    Die Zeitschrift schreibt, in Sachen Cyber-Truppen seien die USA der Wegbereiter gewesen. Der damalige NSA-Chef Keith Alexander habe noch 2009 über die beginnende Aufstellung einer zuständigen Einheit des United States Strategic Command informiert: „Die Hauptaufgabe der Einheit bestand laut General Alexander darin, das Land vor Attacken über Computernetze zu schützen und die Sicherheit elektronischer Systeme zu gewährleisten. Doch wie der einstige CIA- und NSA-Mitarbeiter Edward Snowden demonstrierte, nutzten die USA ihr Gewalt-Potenzial in Sachen Computer nicht nur zum Schutz ihrer Netzwerke und Systeme, sondern auch für ziemlich aktive Handlungen, indem sie ein beispielloses globales Spähnetz aufbauten.“  

    Jeder Cyber-Krieg sei geheim. Amerika sei der Geburtsort solcher Einsätze gewesen und habe auch selbst Schaden durch Cyber-Angriffe erlitten. Es sei dabei nicht auszuschließen, dass es sich bei diesen Attacken um „Eigentore“ gehandelt habe, so der Kommentar.

    „Die über Facebook verbreiteten Fake-News (etwa über die Unterstützung für Donald Trump durch den Papst oder über den Tod des FBI-Agenten, der für die Untersuchung um Hillary Clintons ungeschützte E-Mails zuständig war) waren möglicherweise wirklich in der Lage, den US-Wahlkampf gewissermaßen zu beeinflussen. Die Frage besteht allerdings darin, wer hinter jenen Fakes steckte. Es sei dabei bemerkt, dass sie mehr Vorteile für die am Wahlmarathon beteiligten Amerikaner in sich bargen, als für die mythischen russischen Hacker“, kommentiert der „Expert“ weiter.

    „Im Hinblick auf die Jahresbilanz 2016 waren viele Staats- und Regierungschefs besorgt über die angestiegene Zahl von Cyber-Angriffen auf Server in ihren Ländern. Etwa in Deutschland stieg die Gesamtzahl der Cyber-Verbrechen im Vergleich zum Jahr 2015 um 70 Prozent. Eine derartige Dynamik ist generell für alle hoch entwickelten Staaten charakteristisch. Hacker vervollkommnen das Schwert des Cyber-Krieges, während Staaten Schilde dagegen aufbauen, indem sie hochklassige Fachleute für ihre Computer-Truppen anheuern“, schreibt die russische Zeitschrift.

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    Tags:
    Fake-News, Cyber-Truppen, FBI, NSA, CIA, Edward Snowden, USA, Russland