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10:20 18 Oktober 2019
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    Breitbart-Ideologe, Chefberater von US-Präsident Donald Trump und ständiges Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, Stephen Bannon

    „Breitbart“ soll noch 2017 nach Deutschland kommen – scheitert linker Widerstand?

    © AP Photo / Evan Vucci
    Politik
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    Die von der Mehrheit der deutschen Medien als „rechtsextrem“ gebrandmarkte, Trump-nahe Nachrichten- und Meinungswebsite soll bereits dieses Jahr eine Redaktion in Deutschland eröffnen, wie der Rom-Korrespondent der US-Website Thomas Williams der „Zeit“ mitteilte. Davor hatten linke Aktivisten aus Widerstand die deutsche Breitbart-Domain gekauft.

    Es hätten bereits die ersten Bewerbungsgespräche stattgefunden, so Williams. Das Ziel sei, innerhalb der nächsten sechs bis acht Monate in Deutschland festen Fuß zu fassen. Entscheidend sei, eine „richtige Person an der Spitze zu finden“.

    Problematisch sei zudem, dass man wegen einem Beschluss der US-Sicherheitsdienste nur einen eingeschränkten Kontakt zum Breitbart-Ideologen und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, heute Chefberater von US-Präsident Donald Trump und ständiges Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, Stephen Bannon, habe.

    Dass das Nachrichtenportal nach Europa und besonders nach Frankreich und Deutschland expandieren will, kündigte Bannon bereits im Sommer 2016 an.

    Zuvor war berichtet worden, dass zahlreiche Trump-Kritiker in Europa Domains von "Breitbart News" aufkaufen.  So hält in Deutschland ab jetzt die linke Aktivistengruppe "Hooligans gegen Satzbau – Initiative gegen Rechts-Schreibung" (HoGeSatzbau) die Rechte an der Internet-Adresse "www.breitbartnews.de".

    Im Hintergrund dieser Nachricht hatte eine täuschend echt wirkende Fake-Breitbart-Seite Anfang Februar auf Facebook einen “grandiosen Deutschlandstart“ angekündigt und einen RP-Beitrag über den Domain-Kauf durch HoGeSatzbau geteilt, jedoch Foto, Überschrift und Beschreibungstext verfälscht: Käufer der Breitbart-Domain sind dort nämlich als „linke Hetzer“,  die die „Pressefreiheit aufhalten wollen“, gebrandmarkt worden.

    Seltsamerweise fielen die RP-Journalisten sofort darauf ein und  wehrten sich in einem weiteren Artikel wie folgt: „Das rechtspopulistische US-Nachrichtennetzwerk ‚Breitbart‘ bereitet den Start in Deutschland vor. Dabei schreckt es aber auch nicht vor Falschmeldungen zurück.“

    Später stellte sich jedoch heraus, dass hinter der gefakten Seite HoGeSatzbau steht und die Aktivisten somit den RP-Journalisten wohl gewollt einen schlechten Dienst erwiesen haben.

    Breitbart wird oft teils mit Recht Zuspitzungen im Netz vorgeworfen. So hatte das Portal Anfang Januar einen regelrechten Shitstorm in den deutschen Medien ausgelöst, als es über islamistische Unruhen in der Dortmunder Silvesternacht  „auf Grundlage falscher Darstellungen“ (FAZ) berichtet hatte. So hätten angeblich rund 1000 junge Muslime „Allahu Akbar“ skandiert, Feuerwerkskörper in die Menschenmenge geworfen, Raketen auf die Polizei gerichtet und die Dortmunder Reinoldikirche angezündet. Schließlich wurde jedoch bekannt, dass alles außer der Brandstiftung tatsächlich gestimmt hatte, jedoch entscheidende Details entstellt wurden  – so musste die Feuerwehr „lediglich“ ein brennendes Bauzaun-Fangnetz an der Kirche löschen.

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    Tags:
    Medien, Breitbart, Steve Bannon, Deutschland