20:01 26 November 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    41043
    Abonnieren

    Die Absage des US-Präsidenten Donald Trump an die Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) hat in Mittel- und Osteuropa zu einer massenhaften Hysterie gegen sie geführt. Besonders verhasst sind die mit dem Milliardär George Soros verbundenen gemeinnützigen Organisationen, schreibt die Zeitung „The New York Times“ (NYT).

    In den Ländern Mittel- und Osteuropas würden die Kampagnen gegen amerikanische NGOs, die sich für das Prinzip der Offenheit der Regierung einsetzen, Flüchtlingen helfen und oft auch autoritäre Regierungen beaufsichtigen, zunehmend aktiver, so NYT. Der besondere Hass gelte dabei Organisationen, die mit dem Milliardär George Soros verbunden seien. Den Grund hierfür sieht das Blatt im Amtsantritt von Donald Trump in den USA. Zuvor seien die NGOs von der Regierung der Vereinigten Staaten unterstützt worden, Trump habe jedoch erklärt, dass er „das amerikanische politische System anderen Ländern nicht aufdrängen wird“.

    Äußerst angespannt ist der NYT zufolge die Situation in Ungarn. Die Anhänger des Premierministers Viktor Orbán würden dort die amerikanischen NGOs als „ausländische Agenten, finanziert mit ausländischem Geld“ bezeichnen und ihnen vorwerfen, Europa mit muslimischen Flüchtlingen überfluten zu wollen. Der Ex-Premier Mazedoniens, Nikola Gruevski, habe wiederholt zum Abbau von Soros‘ Einfluss auf die Gesellschaft aufgerufen, schreibt das Blatt. Gerade mit der Tätigkeit der NGOs und dem Druck seitens westlicher Regierungen hätten Gruevskis Anhänger dessen Rücktritt verbunden, heißt es in dem Artikel.

    Wie der Chef der polnischen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, Jarosław Kaczynski, laut dem Blatt erklärte, wollten die von Soros geförderten Organisationen eine „Gesellschaft ohne eigenes Gesicht“ schaffen, weshalb sich Kaczynski nun aktiver für eine Beaufsichtigung der NGOs  einsetze. Die rumänische Führung habe dem amerikanischen Milliardär vorgeworfen, „das Böse zu finanzieren“, und versprochen, es zu bekämpfen. Stetige Angriffe gegen von Soros geförderte Stiftungen gebe es seitens der Medien auch in Serbien, Bulgarien und der Slowakei, wo man ihn einen „liberalen Terroristen“ nenne und ihm vorwerfe, sich in die Politik anderer Länder, aber ebenso in die Organisation einer radikalen Bewegung in den USA gegen den rechtmäßig gewählten Präsidenten Donald Trump einzumischen.

    Die Vertreter der NGOs, so NYT ferner, vermuten, dass ein solcher Kurs der Führungen in den Ländern Mittel- und Osteuropas eine Kampagne von Politikern sei, die „sich nicht mit den demokratischen Instituten abfinden können“. Sie würden dies als direkte Angriffe auf die Demokratie verstehen, die es zu schützen gelte. Viele kleine Stiftungen hätten die Länder Mittel-und Osteuropas bereits verlassen müssen. NGO-Vertreter würden außerdem befürchten, dass sich die Spitzenpolitiker dieser Staaten erkühnen könnten, auch größere NGOs aus ihren Ländern zu verbannen, resümiert das amerikanische Blatt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    London und Paris vereiteln „Trump-Sondersitzung“ der EU-Staaten
    „Teile und herrsche“: EU sollte Trumps Spielchen nicht mitspielen – Oettinger
    Trump sorgt für unberechenbare EU-Zukunft? Tusk nennt größte Bedrohungen für Europa
    Trump schwenkt auf Kuschelkurs mit Europa um
    Tags:
    NGO, Donald Trump