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08:26 15 Oktober 2019
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    Sawtschenko zurück im Kriegsgebiet Donbass

    Sawtschenko befürchtet Tod durch Kiew als „Kreml-Agentin“

    © Sputnik / Igor Maslov
    Politik
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    Die ukrainische Abgeordnete Nadeschda Sawtschenko wurde nach der Rückkehr aus russischer Gefangenschaft als „Heldin der Ukraine“ gefeiert. Heute gilt sie bei politischen Gegnern als „Agentin des Kremls“. Denn sie ist für einen Dialog mit den aufständischen Volksrepubliken in der Ostukraine. Jetzt ist sie erneut ins Fadenkreuz der Kritik geraten.

    „Dass ich eine Agentin des Kremls sein soll, wie auch alles andere, das ich über mich höre, ist völliger Stuss“, sagte Sawtschenko im vergangenen Dezember. „Ich habe mich daran inzwischen gewöhnt und bin der Ansicht, dass das ukrainische Volk entscheiden sollte, wer von den Parlamentariern das sagt, was es hören will“, so die Abgeordnete vor wenigen Monaten.

    Doch nach ihrem jüngsten Besuch im Donbass, um dort ukrainische Gefangene zu treffen, steht Sawtschenko wieder hart in der Kritik. So hat der ukrainische Politologe Kirill Sasonow bei Facebook darüber spekuliert, dass Sawtschenkos Reise hinter die Trennlinie angeblich von Moskau organisiert sei: „Das war ein geplanter Sondereinsatz. Geplant wurde er aber, wie ich glaube, im Kreml, nicht in Kiew“, schrieb er.

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    Der ehemaliger Chef der ukrainischen Auslandsaufklärung Nikolai Malomusch hält Sawtschenko ebenfalls für ein „Produkt des Kremls“ zum Zwecke der Destabilisierung. Die Abgeordnete stehe seit ihrer Begnadigung durch den russischen Präsidenten und ihrer Freilassung „unter der Führung russischer Geheimdienste, die sie für ihre Ziele nutzen“, sagte der ehemalige Chef-Agent dem ukrainischen TV-Sender „112 Ukraina“.

    Moskauer Kreml
    © Sputnik / Alexei Druzhinin/Anton Denisov/Pressedienst des Präsidenten von Russland
    Natürlich habe Moskau sein OK zu der Reise in den Donbass gegeben, erklärte die Abgeordnete auf einer Pressekonferenz am vergangenen Dienstag. Doch sei das weniger wichtig, wenn es um den Austausch von Gefangenen gehe: „Natürlich hat Moskau seine Erlaubnis gegeben, natürlich hat Donezk vor Ort einen Schutzkonvoi gestellt. Aber mir ist egal, wie das passiert. Hauptsache, wir tun das, was wir tun müssen“, so die Abgeordnete.

    Das „korrumpierte Regime“ des amtierenden Präsidenten Poroschenko, das bis heute enge wirtschaftliche Kontakte zu Russland unterhalte, betreibe eine zielgerichtete Verleumdungskampagne gegen sie, sagte Sawtschenko. Die derzeitige Führung habe schlicht Angst, dass sie offiziell Präsidentschaftsambitionen erklären könnte.  Sie selbst hatte in einem Interview für „Globe and Mail“ erklärt, dass sie bereit sei, Präsidentin der Ukraine zu werden, falls dies die Erfüllung ihrer Aufgabe „die Ukraine stärker zu machen“ erfordern würde.

    Zudem betonte Sawtschenko, dass sie sich niemals auf eine Zusammenarbeit mit dem Kreml einlassen würde, auch wenn es dem amtierenden Präsidenten nütze, solche Gerüchte zu verbreiten.

    Derweil sind einige Beobachter der Ansicht, Sawtschenko sei wegen ihrer von Kiews Position abweichenden Haltung in wirklicher Gefahr. Die Abgeordnete betreibe eine selbstständige Politik, die für die Machthaber häufig unbequem sei, sagte der ukrainische Politologe Nikolai Spiridonow laut dem Portal „Politnavigator“. Demnach sei es einfacher, Sawtschenko als Agentin des Kremls abzustempeln. Denn: „Sie ist ein sehr unbequemer Akteur“, sagte der Experte. „Es besteht sogar eine gewisse Gefahr für ihre Sicherheit.“

    Sawtscheno selbst sagt, es sei durchaus denkbar, dass sie bald „ausgeschaltet“ werde. Das erste Warnzeichen dafür sei der Befehl aus der Präsidialverwaltung in Kiew gewesen, sie zu „entfernen“. Dann habe das ukrainische Innenministerium eine Provokation gegen sie befohlen. „Eine weitere Diversion gegen mich ist schon in Vorbereitung“, sagte Sawtschenko nach ihrer Reise in den Donbass.

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    Tags:
    Petro Poroschenko, Nadeschda Sawtschenko, Donbass, Russland, Ukraine