04:05 08 Dezember 2019
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    ECO-Gipfel in Islamabad

    Gipfel in Islamabad: Pakistan holt Zehn-Länder-Gruppe aus Lethargie

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    Politik
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    Das Gipfeltreffen der vom Iran, der Türkei und Pakistan gegründeten und als eingefroren geltenden Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO), dass am Mittwoch in Islamabad stattgefunden hat, zeugt vom Erfolg der pakistanischen Diplomatie, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“.

    Der Zeitung zufolge ist die Teilnahme der Staatspräsidenten des Iran, Aserbaidschans und der Türkei an dem Gipfel in Islamabad als ein Erfolg der Politik des pakistanischen Premiers Nawaz Sharif zu werten.

    Trotz der Bemühungen von Delhi und Kabul, die Islamabad Terrorunterstützung vorwerfen und dessen Isolierung in der Weltarena anstreben würden, habe Pakistan die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit doch „wiederbelebt", deren Mitglieder das letzte Mal vor fünf Jahren in Baku zusammengetroffen seien. Außerdem werde die Organisation durch politische Widersprüche zerrissen, da der Iran und die Türkei entgegengesetzte Kräfte im syrischen Konflikt unterstützten.

    Davon zeuge unter anderem der Auftritt des pakistanischen Außenministers Aizaz Ahmad Chaudhry. „Solch eine hohe Beteiligungsebene ist ungewöhnlich und zeigt, dass Pakistan niemals isoliert war und auch nicht isoliert werden wird. Niemand wird das tun können", sagte er in Bezug auf die Politik Indiens.

    ECO entstand 1986 als Nachfolgeorganisation der Organisation „Regionale Zusammenarbeit für Entwicklung", die 1964 von Pakistan, dem Iran und der Türkei gegründet worden war. Nach dem Zerfall der Sowjetunion traten ihr sechs muslimisch geprägte asiatische Republiken und Afghanistan bei.

    Anfang der 90er Jahre habe man diesem Projekt eine große Bedeutung beigemessen, in den Null- und Zehnerjahren habe es sich jedoch praktisch im Sande verlaufen, sagte der Vizechef des russischen Instituts für Orientwissenschaften, Wjatscheslaw Belokrinizki. Sogar Mitbegründer dieser Organisation hätten dieser Form der Zusammenarbeit wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Der jüngste Gipfel sei vor allem ein Versuch von Pakistan, diesen Prozess wiederzubeleben.

    „Ich glaube, dieser Versuch wird von den USA unterstützt. China kann dieser Initiative möglicherweise auch zustimmen", sagte der Experte. Allerdings habe diese Organisation eher einen deklarativen Charakter. Dies sei ein diplomatischer Verhandlungsplatz, der angesichts der schwierigen Beziehungen zwischen dem Iran und der Türkei und „anderer politischen Faktoren" nachgefragt worden sei.

    „Die Gruppe ist ziemlich homogen, aber es gibt keinen wirtschaftlichen Spitzenreiter. Das Potential der wirtschaftlichen Entwicklung ist gering. Der große Erfolg der pakistanischen Diplomatie besteht aber darin, dass viele Mitgliedstaaten ihre Anführer entsandt haben. Die Tatsache, dass Pakistan als Veranstalter und Vorsitzender der Konferenz auftrat, verbessert das Ansehen der Regierung in den inneren Angelegenheiten", so Belokrenizki.

    Die ECO sei für Islamabad sehr wichtig, denn Indien habe versucht, Pakistan von den Strukturen der regionalen Zusammenarbeit in Südasien zu verdrängen. Pakistan baue jedoch die Kooperation mit den muslimischen Ländern wieder auf.

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    Tags:
    Gipfel, Nesawissimaja Gaseta, Pakistan, Indien, China