22:19 20 November 2018
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    Der russische Botschafter in Syrien, Alexander Kinschtschak

    Russischer Botschafter kommentiert Amnesty-Bericht zu Syrien

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    Politik
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    Der russische Botschafter in Syrien, Alexander Kinschtschak, hat Stellung zu dem Bericht von Amnesty International über angebliche außergerichtliche Massenhinrichtungen in Syrien genommen.

    Der Bericht soll laut dem Diplomaten zwar auf angebliche außergerichtliche Massenhinrichtungen aufmerksam machen, wobei es jedoch keine konkreten Beweise gebe.

    „Außerdem gibt es bestimmte Gründe zu glauben“, dass es sich in diesem Fall wieder um einen Versuch einer Falschmeldung handele. Es gehe dabei nicht nur um eine einfache „Falschmeldung“, sondern um „gezielte Fake-News“,  kommentierte der Botschafter.

    Russlands Präsidentensprecher Dmitri Peskow
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    Dabei räumen die Autoren des Berichts selbst ein, dass die in dem Bericht genannte Zahl von 15.000 Opfern auf „Attesten“ unbekannter und ungenannter Personen beruht.  Die Zahl sei also frei erfunden worden, so Kinschtschak weiter.

    Der Diplomat betonte, dass eine so bekannte NGO mehr Verantwortung  für die verbreitenden Informationen übernehmen und seinen Quellen mehr Aufmerksamkeit widmen müsse.  Die Verbreitung von „äußerst fraglichen Informationen“,  welche von „engagierten und unglaubwürdigen Quellen stammen“ sollte ihm nach vermieden werden.

    Anders dagegen bezeichnete der Botschafter die Arbeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in verschiedenen Gefängnissen Syriens. Dabei habe er „persönlich positive Bewertungen über die entstandene Kooperation mit der Regierung“ gehört.

    Diese Kooperation ermögliche den Arbeitern „dieser Organisation dank ihrer Autorität Häftlinge zu besuchen und mit ihnen Gespräche zu führen“, fügte er hinzu. Auch in der Abwesenheit der Gefängnisleitung sei dies möglich. Über einen menschenverachtenden Umgang mit Gefangenen sollen die Mitarbeiter des Roten Kreuzes ihm nichts berichtet haben, sagte Kinschtschak abschließend.

    In dem Bericht der Organisation werden Praktiken massenhafter außergerichtlicher Hinrichtungen durch Erhängen im syrischen Gefängnis Saidnaja geschildert. Das Gefängnis existierte nach Angaben der Organisation von 2011 bis 2015. Insgesamt wurden dem Bericht zufolge innerhalb von fünf Jahren etwa 13.000 Menschen erhängt, die meisten davon Zivilisten, die sich gegen die Regierung gewandt hatten.

     

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    Tags:
    Hinrichtungen, Bedingungen, Gefängnisse, Reaktion, Bericht, Syrien-Gespräche, Amnesty International, Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), Alexander Kinschtschak, Damaskus, Syrien