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    Waggons mit Kohle in Donezk

    Kohlerevier Donbass verhängt nun eigene Handelsblockade gegen Ukraine

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    Nach fast drei Jahren Krieg mit Kiew hat die im Steinkohlerevier Donezbecken liegende „Donezker Volksrepublik“ gegen die übrige Ukraine eine Handelsblockade verhängt. Zuvor bereits hatten ukrainischen Extremisten wochenlang die Kohleimporte aus der abtrünnigen Region blockiert, was zu einer Energiekrise in der Ukraine selbst führte.

    „Wir kappen nun alle Verbindungen mit der Ukraine, mit der wir Krieg haben“, erklärte der Chef der international nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“, Alexander Sachartschenko, am Freitag in Donezk. „Wir haben es schon gelernt, in der ukrainischen Blockade zu leben. Jetzt erklären wir der Ukraine eine Blockade… Der ukrainischen Jurisdiktion in unserem Land ist somit ein Ende gesetzt“, resümierte Sachartschenko.

    Trotz des seit April 2014 andauernden Konfliktes waren viele Donezker und Lugansker Stahl- und Kohleunternehmen bis zuletzt im Besitz ukrainischer Oligarchen und zahlten vor Ort keine Steuern.  Am 1. März 2017 stellten die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk (DVR) und Lugansk (LVR) diese Betriebe unter Zwangsverwaltung. Damit reagierten sie auf die andauernde Handels- und Verkehrsblockade durch die Ukraine.

    „Wir brauchen Geld, um unsere Sozialprogramme zu finanzieren“, begründete  DVR-Chef Sachartschenko die Zwangsverwaltung. Er beschuldigte den ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko, mit der gegen den Donbass verhängten Blockade eigene Oligarchen entkräften zu wollen. „Im Ergebnis hat er das eigene Land entkräftet.“

    Im Osten der Ukraine schwelt seit rund zwei Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

    Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben fast 10000 Menschen ums Leben gekommen. Formell gilt seit September 2015 in der Region eine Waffenruhe, dennoch kommt es immer wieder zu Zusammenstößen.

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    Tags:
    Alexander Sachartschenko, Donbass, Donezk, Ukraine