06:42 15 November 2019
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    Handelsblockade gegen den Donbass

    Groisman: Russland profitiert von Donbass-Blockade durch ukrainische Radikale

    © REUTERS / Konstantin Chernichkin
    Politik
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    Der ukrainische Regierungschef Wladimir Groisman behauptet, die von ukrainischen radikalen Kräften organisierte Handelsblockade des Donbass sei für Russland vorteilhaft. Dies berichtet am Samstag die russische Geschäftszeitung „Wsgljad“.

    „Es geht darum, dass unsere Kohle, die ukrainische, die für Hrywnja gekauft wurde und von der der Ukraine Steuern gezahlt wurden, verboten werden und nun in Russland gekauft werden soll. Das ist ein Sabotageakt gegen unseren Staat“, sagte Groisman.
    „Hier besteht keinerlei Zweifel. Ich betone, diese Blockade ist im Interesse der Russen. Es ist eine Blockade gegen Kiew“, ergänzte er.

    Er habe die Verluste der Bergbau- und Metallurgie-Branche der Ukraine durch diese Blockade auf 3,5 Milliarden Deviseneinnahmen geschätzt, meldete der ukrainische TV-Sender „Inter“.

    Wie das Oberhaupt der selbsterklärten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, erklärte, haben es die Donbass-Bewohner bereits gelernt, unter Bedingungen der Blockade seitens des ukrainischen Militärs zu leben. Nun sei es die Volksrepublik Donezk, die Kiew eine Blockade erkläre, sagte er.
    Groisman hatte in einer Kabinettssitzung erklärt, dass Kiew angesichts der Donbass-Blockade genötigt sein werde, Anthrazit entweder in den Vereinigten Staaten, was „unvorteilhaft und langwierig“ sei, oder aber in Russland zu kaufen.
    Der ukrainische Minister für Energiewirtschaft und Kohleindustrie, Igor Nassalik, habe angekündigt, durch das Ministerkabinett ein Importverbot für Steinkohle aus Russland zu erwirken. Dies erklärte er den Medienberichten zufolge damit, dass Russland Kiew angeblich Kohle aus dem Donbass, aber bereits mit einem Preisaufschlag, verkaufen könnte.
    Sollte aber die Ukraine weder aus dem Donbass noch aus Russland Steinkohle geliefert bekommen, würden die Wärmekraftwerke des Landes wegen Kohlemangel bald permanent vor dem Aus stehen.


    Ende Januar hatten ukrainische Radikale eine Verkehrsblockade des Donbass begonnen, was zu Ausfällen von Anthrazitlieferungen führte, denn das Anthrazit wird in den von den ukrainischen Behörden nicht kontrollierten Landesgebieten gefördert. Die beiden selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk hatten daraufhin verkündet, die im Zuständigkeitsbereich der ukrainischen Behörden liegenden Betriebe unter „äußere Verwaltung“ zu stellen. Und am Freitag hatte das Oberhaupt der Republik Donezk, Alexander Sachartschenko, Kiew  die Handelsblockade erklärt.

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    Blockade, Wladimir Groisman, Donbass, Ukraine