03:40 29 April 2017
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    Die Donbass-Blockade

    Ukrainische Radikale verkünden „Adenauer-Sperrung“ für Russland-Zugverbindung

    © AFP 2017/ Aleksey FILIPPOV
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    Kein Frieden im Donbass (2017) (171)
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    Die Teilnehmer der Handelsblockade gegen den Donbass haben eigenen Angaben zufolge auch die Kohleimporte aus Russland blockiert.

    Diesmal hätten die ukrainischen Extremisten, die seit Wochen die Kohleimporte aus dem Donbass blockieren, eine „Schanze“ auf der Eisenbahnstation Konotop im Gebiet Sumy, etwa 70 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, aufgestellt. Seit Samstagabend würden dort keine Züge aus Russland mehr durchgelassen, heißt es in dem Facebook-Account der Radikalen.

    Die „Schanze“ sei Konrad Adenauer gewidmet. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler soll mit seinen Auftritten als erster Kanzler der Bundesrepublik der Ukraine zur heutigen Einheit verholfen haben, behaupten die Extremisten.

    Außerdem kündigten die Radikalen an, demnächst die Kontrolle über weitere acht Grenzübergänge übernehmen zu wollen, die für den Handel mit Russland genutzt werden. 

    Zuvor hatte der ukrainische Regierungschef Wladimir Groisman behauptet, die von ukrainischen radikalen Kräften organisierte Handelsblockade des Donbass sei für Russland vorteilhaft.

    „Es geht darum, dass unsere Kohle,  die ukrainische, die für Hrywnja gekauft wurde und von der die Steuern gezahlt wurden, verboten werden und nun in Russland gekauft werden soll. Das ist ein Sabotageakt gegen unseren Staat“, sagte Groisman.

    „Hier besteht keinerlei Zweifel. Ich betone, diese Blockade ist im Interesse der Russen. Es ist eine Blockade gegen Kiew“, ergänzte er. Er habe die Verluste der Bergbau- und Metallurgie-Branche der Ukraine durch diese Blockade auf 3,5 Milliarden Deviseneinnahmen geschätzt, meldete der ukrainische TV-Sender „Inter“.

    Ende Januar hatten ukrainische Radikale eine Verkehrsblockade des Donbass begonnen, was zu Ausfällen von Anthrazitlieferungen führte, denn das Anthrazit wird in den von den ukrainischen Behörden nicht kontrollierten Landesgebieten gefördert. Die beiden selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk hatten daraufhin verkündet, die im Zuständigkeitsbereich der ukrainischen Behörden liegenden Betriebe unter externeVerwaltung zu stellen. Und am Freitag hatte das Oberhaupt der Republik Donezk, Alexander Sachartschenko, Kiew  die Handelsblockade erklärt.

     

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    Konrad Adenauer, Donbass, Ukraine