03:34 29 April 2017
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    Ein deutscher Soldat (Symbolfoto)

    Nato bläst zu „Frühlingssturm“ an Russlands Grenzen

    © AFP 2017/ RAINER JENSEN / DPA / AFP
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    Im Frühling soll an der Nato-Ostflanke die Übung „Spring Storm“ („Frühlingssturm“) stattfinden. In den kommenden Wochen wird dafür nun ein zusätzliches Bataillon nach Estland verlegt, wie die Pressestelle des estnischen Verteidigungsministeriums mitteilt. Kurz davor sicherte der deutsche Außenminister Siegmar Gabriel dem Land Unterstützung zu.

    US-Panzer in Polen - 30. Januar 2017
    © AFP 2017/ NATALIA DOBRYSZYCKA
    „Estland ist bereit, seine Verbündeten willkommen zu heißen. Bereits im Mai wird ein Kampfbataillon der Alliierten im Verband der Ersten Infanteriebrigade der estnischen Streitkräfte an den großangelegten Militärübungen 'Spring Storm' teilnehmen“, zitiert der Pressedienst den estnischen Verteidigungsminister Margus Tsahkna.

    Die Verlegung des von Großbritannien angeführten Nato-Bataillons, bestehend aus rund 1200 britischen und französischen Soldaten, habe bereits begonnen. Dazu habe sich Tsakhna in der vergangenen Woche mit dem britischen Oberst Giles R. Harris getroffen. Laut Tsahkna soll das Bataillon eine „klare Botschaft über die Entschlossenheit und Einheit der Nato“ aussenden.

    Zuvor hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) bei seiner jüngsten Baltikum-Reise Estland den Beistand Deutschlands zugesichert.

    Militärübung „Slawische Brüderschaft 2016“ (Archivbild)
    © Sputnik/ Evgeniy Biyatov
    „Wir stehen auch für eine gemeinsame Sicherheit ein“, sagte er am vergangenen Mittwoch nach einem Treffen mit dem estnischen Außenminister Sven Mikser in der Hauptstadt Tallinn, wobei er sich jedoch skeptisch über die Pläne äußerte, EU-weit zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung aufzuwenden.

    Davor war berichtet worden, dass bis Mai auch ein im litauischen Rukla untergebrachter Nato-Kampfverband unter der Führung der Bundeswehr komplett aufgestockt werden soll. Zurzeit sind dort 420 deutsche Soldaten, 20 Schützenpanzer vom Typ Marder, weitere sechs Panzer vom Typ Leopard II stationiert. Im Mai soll das Bataillon bereits 1000 Soldaten aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Norwegen umfassen. In Litauen spielt Deutschland bei den Nato-Übungen eine Führungsrolle, wobei im April dazu noch eine deutsche Radarstation für die Überwachung des Luftraums und dem Durchführen von Luftoperationen in Lettland installiert werden soll. 

    Die Nato stationiert derzeit in jedem der drei baltischen Länder sowie in Polen etwa 1000 Soldaten. Dies war beim Nato-Gipfeltreffen Anfang Juli 2016 in Warschau beschlossen worden. Für die Aufstellung der Truppen sind Deutschland, Kanada, Großbritannien und die USA verantwortlich. Alle Truppen werden an den schon traditionell im Frühling stattfindenden Übungen „Spring Storm“ teilnehmen. 

    Schon früher musste Moskau zahlreiche Aussagen über seine angebliche militärische Bedrohung gegen Polen und das Baltikum beantworten. Russland werde nie ein Nato-Land angreifen, stellte es wiederholt klar.

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    Tags:
    Panzer, Armee, Bataillon, EU, NATO, Sigmar Gabriel, Margus Tsahkna, Giles R. Harris, Litauen, Lettland, Estland, Baltikum, Russland